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Omnichannel: Deutscher Einzelhandel gerät ins Hintertreffen

Die einzelnen Kanäle sind unzureichend verzahnt.
Bild: Haufe Online Redaktion

Im "Global Omnichannel Retail Index 2015“ von Strategy& (Pwc) belegt Deutschland nur den zwölften Platz. Es fehlt an einer konsequenten Verzahnung von Online- und Offline-Kanälen. Angeführt wird die Rangliste von den USA.

Während Deutschland hinsichtlich der Anzahl der E-Commerce-Transaktionen mit den USA mithält, setzen noch zu wenige Einzelhändler auf eine konsequente Verzahnung von Online- und Offline-Kanälen. Traditionell liegt der Fokus der Händler hierzulande weniger auf dem Einkaufserlebnis als vielmehr auf einem aggressiven Preiskampf. Zwar hätten erste Veränderungen stattgefunden, so die Studienautoren, es werde jedoch noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen, um technische und logistische Herausforderungen zu meistern.

Die USA führen die Rangliste der fortschrittlichsten Omnichannel-Nationen an, gefolgt von Großbritannien und Australien. Die Schlusslichter bilden die Türkei, Indien, Südafrika und Brasilien. Kaum besser als in Deutschland sieht die Lage im europäischen Ausland aus: Mit Ausnahme von Dänemark gebe es auch im restlichen Kontinentaleuropa etliche Hemmnisse, sagt Gerd Bovensiepen, Partner und Leiter des Bereichs Handel und Konsumgüter bei Pwc.

Consumer Electronics in Sachen Omnichannel am weitesten

Signifikante Unterschiede zeigen sich auch im Branchenvergleich: Am weitesten ist die Entwicklung im Segment Consumer Electronics. Am schwierigsten gestalte sich die Implementierung von Omnichannel-Strategien derzeit noch im Lebensmittelhandel.

Benedikt Schmaus von Strategy& leitet daraus drei Faktoren für das Gelingen einer Omnichannel-Strategie ab. Grundlage sei eine fortschrittliche technologische Infrastruktur, sowohl auf Kunden- als auch auf Händlerseite. Konsumenten benötigten Smartphones, Händler intuitiv bedienbare Apps und ein zeitgemäßes Warenwirtschaftssystem. Wer Kunden begeistern wolle, müsse zudem das Beste aus beiden Bereichen bieten, und nicht zuletzt müssten sich Händler voll und ganz auf das neue Geschäftsmodell einlassen. Dies betreffe die organisatorische Struktur, die Unternehmenskultur und auch die Allokation von Investitionen. Jede einzelne strategische Entscheidung müsse alle Kanäle und deren Verknüpfung bedenken.

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Schlagworte zum Thema:  Multichannel, Vertrieb, Handel, E-Commerce

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