11.07.2012 | Studie

Versicherer müssen Vertriebskanäle besser verzahnen

Im Versicherungsvertrieb arbeiten die einzelnen Bereiche meist noch autark
Bild: MEV-Verlag, Germany

Weit mehr als die Hälfte der deutschen Versicherer nutzen Social-Media-Plattformen als Vertriebs- und Kommunikationskanal. Ebenso viele betreiben außerdem einen eigenen Online-Shop. Mit der Integration der Kanäle tun sich viele einer Studie von Steria Mummert Consulting zufolge aber schwer.

Laut Studie „Channel Management“, die in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z Institut entstand, sind inzwischen 62 Prozent der Versicherungsunternehmen auf Plattformen wie Facebook oder Twitter vertreten. Damit ist die deutsche Assekuranz im Web 2.0 im Vergleich zu anderen Branchen relativ gut aufgestellt: Nur 48 Prozent der Handelsunternehmen sind in Social Media aktiv und auch bei den Banken ist es gerade einmal die Hälfte. Allerdings beschränkten sich die Meisten darauf, dabei zu sein, so das Fazit von Ronald Mentzl-Heitmann von Steria Mummert Consulting. Die neuen Kanäle müssten nun auch mit den klassischen Vertriebswegen verknüpft werden.

Bislang noch eher traditionelle Vertriebswege

Momentan sind Versicherer eher auf traditionellen direkten und indirekten Vertriebskanälen aktiv. Alle befragten Versicherungen beschäftigen Außendienstmitarbeiter oder externe Makler, 92 Prozent betreiben eigene Filialen. Bei der Zusammenführung traditioneller und moderner Kanäle klagen 62 Prozent über eine fehlende Integration der verschiedenen Kanäle. Dies sei aber unbedingt nötig, um alle Informationen über die Kanäle hinweg zugänglich zu machen, sagt Mentzl-Heitmann. Heute würden potenzielle Kunden beispielsweise via Facebook-Post auf einen Versicherungstipp aufmerksam, würden sich dann die nötigen Infos auf der Website suchen, um sich schließlich mit einem Berater persönlich in Verbindung zu setzen.

Zu viele Einzellösungen

Aus technischer Sicht liegt das Problem offenbar darin, dass die verschiedenen Systemkomponenten autark arbeiten. So existieren verschiedene Einzellösungen für Makler, Social Media oder andere Vertriebsbereiche. Entscheider aus Versicherungsunternehmen klagen deshalb über unzureichendes technisches Know-how für eine integrierte Vertriebskanalsteuerung. Im Vergleich zu anderen Branchen, in denen dieses Problem im Durchschnitt nur 46 Prozent der Führungskräfte beschäftigt, sind es bei den Versicherern 62 Prozent.

Schlagworte zum Thema:  Versicherung, Vertrieb, Studie, Integration, Social Media

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