10.07.2012 | Multichannel

Verbraucher weltweit erwarten eine Integration der verschiedenen Einkaufskanäle

Weltweit kaufen Konsumenten inzwischen im Internet ein.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Viele Konsumenten ziehen digitale Einkaufskanäle dem stationären Handel vor. Den ausschließlichen Online-Käufer scheint es dennoch nicht zu geben, denn gleichzeitig wird eine nahtlose Integration der verschiedenen Kanäle erwartet. Dies ist das Ergebnis einer internationalen Studie von Capgemini.

Laut „Digital Shopper Relevancy“ gehen 60 Prozent der Studienteilnehmer davon aus, dass die Integration der verschiedenen Shopping-Kanäle innerhalb der nächsten zwei Jahre zum Standard wird. Mehr als die Hälfte glaubt aber auch, dass sich Einzelhändler bislang zu wenig einheitlich präsentieren. Die Herausforderung für Händler bestehe darin, ihre Zielgruppen zu verstehen und zu begreifen, welcher Kanal der richtige ist, sagt Holger Martens, Vice President Konsumgüterindustrie und Handel bei Capgemini.

Online wird mehr gekauft als im Ladengeschäft

Für 80 Prozent der Verbraucher in den Entwicklungsländern bleibt die Website der zentrale Kanal. In den reifen Märkten stimmen dem nur noch 63 Prozent der Befragten zu. Gleichzeitig wächst hier die Beliebtheit neuer Kanäle wie Social Media, Mobile Apps und In-Store-Kiosks. In Wachstumsmärkten wie Indien oder China scheinen viele Verbraucher sogar die traditionelle Einkaufsstruktur zu überspringen und sich ohne Umwege den digitalen Kanälen zu widmen. So geben 72 Prozent der Inder und 96 Prozent der Chinesen an, dass sie bei einer einzelnen Transaktion im Internet mehr Produkte erwerben als beim Einkauf im stationären Handel. In den USA trifft dies im Vergleich nur auf 31 Prozent der Befragten zu.

Den typischen Online-Käufer gibt es nicht

Trotz wachsender Beliebtheit des Internet-Handels scheint es den typischen Online-Käufer nicht zu geben. Zwar gehen eher Frauen (55 Prozent) als Männer (44 Prozent) weltweit im Web einkaufen. Bezieht man weitere Faktoren wie Alter, Produktkategorie oder Marktreife mit ein, weichen diese Ergebnisse jedoch schnell von der Regel ab. Vielmehr existieren verschiedene Käufertypen, von Social Digital Shoppers, die Social Media und mobile Anwendungen intensiv nutzen bis hin zu Techno-Shy Shoppers (nur 13 Prozent), die noch unsicher im Umgang mit neuen Kanälen agieren. Eine allgemeingültige Strategie international agierender Handelsunternehmen kann es demnach nicht geben. Eins erwarten Konsumenten jedoch weltweit: Einen einheitlichen Auftritt über alle Einkaufskanäle hinweg.

Im Auftrag des Beratungsunternehmens Capgemini waren 16.000 Verbraucher in 16 Wachstums- und reifen Märkten, darunter Deutschland, Frankreich, Russland, Brasilien, Indien und China, befragt worden. 

Schlagworte zum Thema:  Multichannel, Verbraucher, Studie, E-Commerce, Vertrieb

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