19.11.2012 | Mobile Commerce

Händler holen 2013 auf

Händler müssen auf allen Kanälen für ihre Kunden erreichbar sein.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Immer mehr Kunden greifen für den Einkaufsbummel zum Smartphone. Allerdings sind bislang nur wenige Shops so gut gestaltet, dass sie für Verbraucher eine echte Alternative darstellen. Dies wird sich 2013 ändern.

Zu viele Händler hätten sich dem Thema Mobile Commerce in diesem Jahr nur zögerlich angenommen, bemängelt Christoph Kipp, CEO des Fullservice-Dienstleisters Valtech H2O. Die Chance auf das mobile Weihnachtsgeschäft 2012 hätten sie damit verpasst. Der Experte geht jedoch davon aus, dass die Versäumnisse der jüngsten Vergangenheit im nächsten Jahr nachgeholt werden. Er erwartet, dass sich viele Marken mit Multichannel-Strategien befassen und diese zügig umsetzen werden.

Customer Journey im Fokus

Kipp rät den Händlern, dabei auf eine intelligente Verzahnung der Kanäle wert zu legen, denn Kunden müssten an jedem Punkt der Customer Journey erreichbar sein. Ein Beispiel für ein intelligentes Multichanneling: Der Kunde scannt in der U-Bahn einen QR-Code mit seinem Smartphone, der ihn zu einem bestimmten Produkt auf der mobilen Website eines Händlers führt. Nun kann der Kunde das Produkt entweder in den Warenkorb legen oder nachsehen, in welchem stationären Geschäft desselben Anbieters die Ware sofort erhältlich ist. Dieses Echtzeit-Szenario lässt sich jedoch nur mit einer Verknüpfung von Online-Shop, POS und ERP realisieren.

Außerdem sollte ein Web-Shop über alle mobilen Geräte und Betriebssysteme zugänglich sein und Optik sowie Funktionalitäten entsprechend angepasst werden.

Bei der Konzeption des Frontends rät Kipp grundsätzlich vom mobilen Nutzungsverhalten auszugehen. So hat sich beispielsweise gezeigt, dass die Aufmerksamkeitsspanne am Smartphone kürzer ist und potenzielle Käufer möglichst rasch gesuchte Produkte finden möchten. Für die Shopgestaltung bedeutet dies: weg mit unnötigen Elementen, Bedienelemente wie Buttons benötigen eine Mindestgröße, bei einer Touch-Oberfläche haben sich Nutzer an Slideshows statt einzeln anzuklickende Bilder gewöhnt.

App statt mobile Website

Eine App sei zwar nicht zwingend, so Kipp, aber zu empfehlen, um einen Mehrwert gegenüber einer mobilen Website zu bieten. Möglich ist dann auch die Integration von Location Based Services oder Empfehlungen. Zwar ist der Aufwand für die Entwicklung und Pflege höher, dafür ist eine App jedoch auf offline verfügbar, benötigt weniger Ladezeit und bringt eine bessere Usability mit.

Schlagworte zum Thema:  Handel, E-Commerce, Multichannel, Mobile Marketing

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