09.08.2012 | Konjunktur

Erste Anzeichen für eine Abkühlung im Vertrieb

Viele Handelsvertreter sehen eine schwierige Konjunkturlage am Horizont.
Bild: John Foxx Images

Immer weniger Handelsvertretungen beurteilen ihre Geschäftslage positiv. Zu diesem Ergebnis kommt der CDH-Vertriebsbarometer der Centralvereinigung Deutscher Wirtschaftsverbände für Handelsvermittlung und Vertrieb (CDH). Demnach bewerten die Befragten die Konjunktur schlechter als noch im Frühjahr.

Handelsvertretungen gewinnen zu einem sehr frühen Zeitpunkt Informationen über die Entwicklung der Märkte. Bricht die Auftragslage ein, stehen die Zeichen auf Sturm. Die Centralvereinigung Deutscher Wirtschaftsverbände für Handelsvermittlung und Vertrieb (CDH) in Berlin hat von Mitte Juni bis Mitte Juli 2012 Handelsvertreter zu ihrer aktuellen Lage befragt. Demzufolge ist die Anzahl der Handelsvertretungen mit einer guten Geschäftslage innerhalb von vier Monaten von 11,4 auf 9,2 Prozent zurückgegangen. Kein gravierender Einbruch zwar, aber immerhin ein Anzeichen dafür, dass sich der Boom im Vertrieb eventuell abschwächen könnte. Noch schätzt mehr als die Hälfte der Handelsvertretungen (51,6 Prozent) ihre Lage als positiv ein, aber immerhin 10,1 Prozent (März 2012: 8,7 Prozent) bewerten ihre Geschäftslage als „schlecht“.

Die Beurteilung der Branchenlage weicht, wie auch in früheren Befragungen, oftmals von der Einschätzung der eigenen Geschäftslage ab. In der Vergangenheit wurde die eigene Situation oft besser bewertet als die der gesamten Branche. Nun ist es genau umgekehrt. Handelsvertretungen mit einer schlechten Geschäftslage halten ihre Branche insgesamt für besser gestellt.

Die Zukunftsperspektiven werden kurzfristig (bis zu sechs Monate) unterschiedlich beurteilt: Die überwiegende Mehrheit (62,9 Prozent) erwartet keine Veränderungen, 19 Prozent zeigen sich optimistisch und 15,7 Prozent erwarten eine negative Entwicklung ihrer Auftragslage. Damit sind die Ergebnisse etwas negativer als im Frühjahr. Langfristig sind die Erwartungen in etwa gleich verteilt: je 30 Prozent gehen von besseren beziehungsweise gleichbleibenden Perspektiven aus, 25 Prozent sind eher skeptisch. Ebenso hoch ist der Anteil der Befragten, der längerfristig keine Einschätzung abgeben kann oder will.

Schlagworte zum Thema:  Vertrieb, Handel

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