13.11.2013 | Kommentar

Von Amazon lernen

Viele Buchhändler haben von Amazon gelernt und machen Einkaufen zum Erlebnis – im Laden und im Online-Shop.
Bild: Michael Bamberger

Eine Frage bewegt die Branche: Killt Amazon den traditionellen Buchladen? Der Buchhandel diskutiert stellvertretend für andere, welche Folgen E-Commerce und der Boom bei Online-Shops für den Handel haben.

Und er ist verhalten optimistisch, konnte der stationäre Buchhandel doch erstmals seit Längerem leichte Wachstumszahlen vorweisen. In Schwierigkeiten stecken im Moment eher die großen Kaufhausketten wie Thalia und Hugendubel – in denen die Experten noch vor wenigen Jahren die größte Gefahr für die kleinen Buchläden sahen. Dieselben Experten übrigens, die heute Amazon und das Internet allgemein zum Totengräber erklären.                                         

Vielleicht fällt das große Massensterben von Buchläden also aus. Der Grund dafür liegt nicht zuletzt beim Wettbewerb durch das Internet. Denn viele Händler besinnen sich auf das, was sie früher stark gemacht hat: profunde Beratung, ansprechende Ladengestaltung, schöne Präsentation der Bücher. Kurzum, sie machen das Stöbern in Büchern und das Kaufen zum Erlebnis. Anfassen, blättern, hineinlesen macht im klassischen Buchgeschäft einfach mehr Spaß als am Bildschirm. Und wer partout lieber online bestellt, kann das bei vielen, auch kleinen Buchläden, mittlerweile tun. Weil Amazon gezeigt hat, dass es geht und dass Kunden das wollen.

Buchhändler zeigen anderen Einzelhändlern, wie sie der Konkurrenz aus dem Internet standhalten können: Indem sie die Stärken des stationären Handels ausspielen und das Angenehme des Online-Kaufs nutzen. Die Kunden sind dankbar für das entschiedene Sowohl als auch.

Schlagworte zum Thema:  Online-Shop, Multichannel, Amazon, Handel, E-Commerce

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