26.09.2013 | Logistik

Trotz Wachstum sollten Preise angehoben werden

Die meisten Pakete werden als Standardversand verschickt. Aber Same-Day-Delivery ist im Kommen.
Bild: image club graphics, inc.

Dank E-Commerce wächst der Markt für Kurier-, Express- und Paketdienste (KEP) weiter. Im vergangenen Jahr erzielte die Branche einen Umsatz von zehn Milliarden Euro. Ohne Preiserhöhungen wird es langfristig trotzdem nicht gehen. So eine Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney.

Das E-Commerce-Geschäft bleibt demzufolge der wesentliche Wachstumsmotor der Branche. 62 Prozent des Gesamtumsatzes gehen dementsprechend auf den nationalen Standardversand zurück. Insgesamt erwirtschaftete die Branche einen Umsatz von zehn Milliarden Euro, was einem Wachstum von fünf Prozent 2012 entspricht.

Handlungsbedarf gibt es dennoch: Zwar konnte das Problem des Verfalls beim Umsatz pro Sendung vorübergehend eingedämmt oder sogar gestoppt werden, das Thema Preisgestaltung bleibt nichtsdestotrotz von wesentlicher Bedeutung, denn die Umsätze pro Sendung sind rückläufig oder stagnieren. Andere Branchen machen es vor, so Ferdinand Salehi, Partner bei A.T. Kearney und Leiter des Beratungsbereichs Transportation. Sie würden die Preise jährlich um zwei bis drei Prozent anheben. Steigende Kosten für Treibstoff, Maut, Landegebühren oder Verzollung spiegeln sich dort stärker im Preis wider. Er geht davon aus, dass trotz konsequenter Preiserhöhungen eine ausreichende Anzahl von Wettbewerbern im Markt verbleiben wird, die ein attraktives Service- und Preisangebot bieten. Außerdem rät er der PEK-Branche eine strengere Überwachung der Vertragserfüllung hinsichtlich vereinbarter Mindestvolumen, Sendungsgrößen und –gewichten oder Destinationsmix.

Same-Day-Markt holt auf

Mit 88 Prozent der Sendungen und 62 Prozent des Gesamtumsatzes ist der Standardversand gleichzeitig auch Wachstumstreiber, denn er wächst deutlich schneller als das Expressgeschäft. Nur an saisonalen Spitzen, wenn auch kurzfristig bestellt wird, greifen klassische E-Commerce-Kunden vermehrt auf das Expressangebot zurück.

Auf lange Sicht, so das Fazit der Studie, wird der Same-Day-Markt zu Lasten des traditionellen KEP-Marktes wachsen. Die Zahlungsbereitschaft der Online-Kunden aus dem hochpreisigen Segment sowie eine zunehmend lokale und regionale Ausrichtung von Lager- und Logistikzentren würden dazu beitragen. Nicht zuletzt würden auch die Netzwerke der Anbieter dichter und Routen optimiert, sodass Service-Leistungen und Laufzeiten besser werden.

Preiserhöhungen werde es in jedem Fall im internationalen Standardsegment geben, betont der Co-Autor der Studie und Principal bei A.T. Kearney, Lars Ryssel. Insbesondere die Preisgestaltung auf den Kurzstrecken in die EU-Nachbarländer werde verstärkt unter Druck geraten. Einerseits hätten einige Anbieter bereits mit sehr niedrigen Tarifen angegriffen, andererseits lasse es sich gegenüber Kunden schwer rechtfertigen, dass die Strecke Köln-Brüssel mit 250 Kilometern doppelt so teuer ist die eine Sendung nach München mit 775 Kilometern.

Schlagworte zum Thema:  Vertrieb, Zustellung, Paketdienst, Versandhandel, E-Commerce

Aktuell

Meistgelesen