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Smart Natives: So kauft die junge Generation

Bei bestimmten Produkten gehen auch Smart Natives noch lieber in einen Laden.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Gattung "Homo Connecticus“ ist stets erreichbar, immer gut informiert und untereinander vernetzt. Als Early Adopter gibt sie Hinweise auf das zukünftige Konsumentenverhalten. Eine Studie des ECC Köln und Hybris zeigt, worauf Händler achten müssen.

Smart Natives kennen kein Leben ohne Internet. Als Konsumenten ticken sie deshalb anders als Ältere, die sich an Zeiten erinnern, als man gezwungen war, für den Kauf eines neuen Kleidungsstücks oder eines Elektroartikels einen Laden aufzusuchen. Die Studie „Digital geboren: So ticken Smart Natives“, die im Vorfeld der Neocom veröffentlicht wird, gibt Aufschluss über deren Konsumentenverhalten.

Mit den Facetten und Möglichkeiten des Internet ist diese neue Käufergeneration bestens vertraut. Für die Mehrheit ist das Web deshalb die erste Anlaufstelle auf der Suche nach einem Produkt oder einer Dienstleistung. 73 Prozent vertrauen auf offizielle Testberichte, 64 Prozent auf die Online-Bewertungen anderer Kunden.

In ein Ladengeschäft gehen zur Beratung nur noch 42 Prozent der jungen Zielgruppen. 39 Prozent sagen explizit, dass sie Verkäufern im stationären Handel wenig Vertrauen schenken und sich lieber auf Informationen verlassen, die sie selbst recherchiert haben.

 

Informationsüberflutung im Web als Chance für den stationären Handel

Weil das Internet eine schier unendliche Fülle an Informationen bietet, führt dieses Kaufverhalten allerdings auch zu Verunsicherung. So sind 23 Prozent in Anschluss an einen Kauf unsicher, ob sie sich für das Richtige entschieden haben. Zum Vergleich: Bei allen Konsumenten zusammengenommen liegt dieser Anteil nur bei neun Prozent. Und genau hier liegt die Chance für Händler: Sie können einschreiten und Hilfestellung bieten, die vielen Informationsquellen richtig zu bewerten.

Smart Natives fühlen sich in den Social Media zuhause, sie sind ein fester Bestandteil ihres Lebens. Allerdings messen sie nicht allen sozialen Netzwerken den gleichen Stellenwert ein. Während Youtube einen durchweg positiven Ruf genießt, werden Facebook und Whatsapp nicht zuletzt aufgrund der Datenschutzproblematik negativer bewertet.

Deshalb sollten Unternehmen, die mit Vertretern dieser Generation in Kontakt treten wollen, auch auf andere Netzwerke setzen. Auf großes Interesse stoßen beispielsweise Blogs (66 Prozent). Knapp ein Drittel nutzt diese mindestens einmal in der Woche. Immerhin 60 Prozent bestätigen, dass sie sich aufgrund positiver Bewertungen in einem Blog schon einmal für ein bestimmtes Produkt entschieden haben.

Blogger haben deshalb das enorme Potenzial, den Unternehmen als Multiplikatoren zu dienen. So können ihnen beispielsweise Produktsamples zur Verfügung gestellt werden, die in Textform oder als Video bewertet werden. Mode- und Kosmetikunternehmen arbeiten bereits seit einiger Zeit erfolgreich auf diese Weise mit Bloggern zusammen.

Obwohl Smart Natives ausgesprochen gerne und häufig im Internet einkaufen, bedeutet es nicht das Ende des stationären Handels. Nicht wenige bezeichnen sich als selektive Onlineshopper und kaufen je nach Situation und Produkt mal im Laden, mal im Web.

Der stationäre Handel wird deshalb in Zukunft auch dann noch erfolgreich sein, wenn es ihm gelingt, sich auf die Gewohnheiten der neuen Konsumentengeneration einzustellen. Die Kundenansprache darf nicht mehr als reine Informationsvermittlung dienen, sondern muss gleichzeitig inspirieren und begeistern – und zwar über alle Kanäle hinweg.

Die Studienergebnisse basieren auf einer Befragung von 500 jungen Käufern im Altern zwischen 20 und 15 Jahren.

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Schlagworte zum Thema:  Kaufverhalten, Vertrieb, Kundenbindung

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