13.02.2015 | Top-Thema Internet der Dinge und Industrie 4.0

"Automatisierung heißt: Mehr Zeit für den Kunden"

Kapitel
"Wenn Backoffice und Administration automatisieren, kann der Vertriebler sich wie ein guter Arzt mit mehr Zeit dem Kunden widmen."
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Automatiserung, Digitalisierung und Vernetzung verändern die Arbeitswelt radikal. Aber ohne den Menschen wird auch in Zukunft nichts gehen. Im Gegenteil: Im Idealfall haben zum Beispiel Vertriebler endlich wirklich Zeit für ihre Kunden.

Und wie können Unternehmen all die aggregierten Daten nutzen, um im Vertrieb besser voranzukommen?

Der geflügelte Satz "Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen" trifft in vielen Fällen zu. Dabei geht es nicht nur um die historische Datenschau, sondern auch um Simulation und Prognose. Heutzutage passt die Mittlere Datentechnik als App in jede Hosentasche

Besonders die Kombination aus CRM, DMS und Wiki in einer einheitlichen Universal-App macht Riesenerfolge und Freude in der Nutzung. Aus einem solchen Umfeld mit der Logistik-Expertise der RWTH Aachen entstand in einem Förderprojekt unsere freie ERP Industrie 4.0 App. Diese arbeitet Anwendungs- und Datenbank-übergreifend in Open-Source-Exzellenz.

Wichtig ist heute die Nutzergruppen-Akzeptanz, die nach Rollen und Rechten erreicht wird und rund um die Uhr zur Verfügung steht. Nicht das Wie, sondern das Warum-nicht steht einer Anwendung im Weg. Gleichfalls sind alle operativen Abteilungen verpflichtet, dem Vertrieb zuzuarbeiten - so etwa der Einkauf. Mit dem Ziel, die Kunden-Loyalität zu erhöhen und Neukunden-Anteil intelligent und mit guten Margen zu erhöhen. Wenn Backoffice und Administration automatisieren, kann der Vertriebler sich wie ein guter Arzt mit mehr Zeit dem Kunden widmen.

Verkaufen Unternehmen in Zukunft nicht mehr Maschinen, sondern deren überwachte und kontrollierte Leistung?

So wie erfolgreiche Unternehmen nicht mehr Produkte, sondern Lösungen verkaufen, wird bei Maschinen-Investitionen Mehrwert als Leistungsversprechen honoriert. Leider wird es für kleine Firmen deutlich schwerer, ein Portfolio aus Integration, Schnittstellen und Werksnorm-Spezifikationen zu erreichen. Eine Alternative kann eine Leistungskooperation mit Providern sein.

So wie Produkte, werden auch Maschinen insgesamt austauschbar. Allerdings leisten diese erst in Vernetzung und Schwarmintelligenz aus einer Hand ihr bestmögliches Potenzial. Daher wird es Lock-, Einsteiger- und Aufstocker-Preiskalkulationen geben. Und trotz unendlicher digitaler Funktionsvielfalt wird ein Kunde nach wie vor nur das bezahlen wollen, wonach er verlangt hat. Deshalb erscheint das Prinzip der späteren "In-App-Käufe" als buchbare Leistungssteigerung interessant, um im Maschinenbau trotz alledem eine Voll-Ausstattung anbieten zu können. Spätere SCADA-Optionen, Sicherheits-Richtlinien und Länderspezifische Verbrauchsmaterialien zählen auch dazu. Der Aspekt der Aufarbeitung von Gebrauchtmaschinen wird wichtiger, wenn diese sich später digital ansteuern lassen.

Welche Rolle spielt der Mensch eigentlich noch in der vernetzten und automatisierten Wirtschaft?

Es wird ihn auf jeden Fall geben! Notwendigerweise oder intelligent steuernd. Es entscheidet jeder für sein Leben, ob er sich aktiv oder passiv dazu aufstellt. Früher wie heute hindern uns Betriebsblindheit, Altersstarrsinn und Lebenserfahrungen, die sich ergebenden Chancen zu nutzen. Junge Start-ups zeigen uns, welche Arbeitsformen und Hierarchien möglich sind, um trotzdem oder gerade deshalb so erfolgreich zu sein.  

Noch nie war es so einfach, von zuhause (s)ein Business zu leiten oder den beruflichen (Wieder-) Einstieg zu meistern. Gerade im Fertigungsbereich sind die Aufstiegs-Chancen besser als in der bürokratischen Verwaltung. Es gibt einen großen Bedarf an Change Management Coaches und Freelance-Technikern. Sofern man nicht nach seiner Stelle im Organigramm sucht, sondern in Zusammenhängen und Projekten denken kann. 

Wenn tatsächlich, neben Englisch, Progammiersprachen in der Grundschule gelehrt werden, kommt es zwar für heutige Ansprüche zu spät, lässt aber unsere Kinder und Zuwanderer in eine goldende Zukunft schauen. Als ein Land ohne Bodenschätze, steckt das Gold (zukünftig) in den Köpfen der Mitarbeiter.

Schlagworte zum Thema:  Internet der Dinge, Vertrieb, Daten, Automatisierung, Digitalisierung, Vernetzung

Aktuell

Meistgelesen