21.04.2015 | Handel

Stimmung europäischer Verbraucher verbessert sich

Mit vollen Händen wird das Geld nicht ausgegeben. Aber man gönnt sich wieder was.
Bild: Haufe Online Redaktion

Europäische Verbraucher beurteilen ihre persönliche Situation besser als im Vorjahr – und kaufen wieder mehr ein. Herkunft und Qualität von Produkten rücken dabei in den Vordergrund und es entstehen neue Konsumformen. So das Ergebnis des "Europa Konsumbarometer 2015" von Commerz Finanz. 

Die Krise hat die Konsumgewohnheiten der Europäer verändert. Nachdem sich die Situation in neun von zwölf Ländern gebessert hat und die Ausgaben steigen, während das Sparen in den Hintergrund rückt, wollen die Verbraucher wieder mehr an sich denken. Ganz oben der Einkaufsliste stehen deshalb Reisen und Freizeit sowie Ausgaben für Renovierungen, Hausbau und Elektrohaushaltsgeräte. Dabei wird zwar auf den Preis geachtet, im Fokus stehen dennoch Herkunft und Qualität der Produkte.

73 Prozent der Befragten sehen ihre Kaufkraft zwar noch immer deutlich eingeschränkt, im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Lage der Meisten jedoch verbessert. Spontankäufe untersagen sich 56 Prozent weiterhin, 83 Prozent behalten Preise im Blick und 79 Prozent warten auf das richtige Angebot bevor sie einkaufen.

Entscheidend ist aber nicht der Preis allein. Qualität, Herkunft und Zusammensetzung der Produkte werden ebenso berücksichtigt. Zwei von drei Europäern interessieren sich heute deutlich stärker als vor fünf Jahren dafür, woher ein Produkt stammt beziehungsweise wie umweltverträglich es ist.

Verbraucher entdecken neue Konsumformen
Fast jeder dritte Verbraucher (62 Prozent) ist überzeugt, dass sich die Art des Kaufens in den vergangenen fünf Jahren weiterentwickelt hat. Produkte werden häufiger nicht mehr gekauft, sondern getauscht, geliehen oder gemietet. Kollaborativer Konsum lautet der Name dieses Trends. Mehr als jeder Dritte gibt an, auf gebrauche Artikel zurückzugreifen. Schließlich verändert das Internet und mobile Technologien das Konsumverhalten.

Die Mehrheit (86 Prozent) kauft ein, um sich etwas zu gönnen und verzichtet trotzdem auf überflüssige Ausgaben (66 Prozent). Zum Vergleich: 2004 lag dieser Prozentsatz noch 15 Prozentpunkte niedriger, ein Beweis, dass die Krise noch nachwirkt. 


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Schlagworte zum Thema:  Handel, Vertrieb, E-Commerce

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