Die Kölner Innenstadt ist selten ausgestorben. Bild: Siegfried Bellach ⁄

Handelsexperten sahen bereits das Ende des innerstädtischen Einzelhandels voraus. Allenfalls ältere, nicht digitalaffine Zielgruppen würden dort noch einkaufen. Aber stimmt das wirklich? Ein Lagebild.

Dem Onlinehandel hätten stationäre Läden wenig entgegenzusetzen. Diese Befürchtung hatten viele Branchenexperten und sahen die Innenstädte republikweit aussterben. Wer an einem x-beliebigen Wochenende durch die Fußgängerzonen schlendert, sieht jedoch auch 2018 ein anderes Bild. Die IFH-Studie "Vitale Innenstädte“ hat unter anderem ermittelt, welche Zielgruppen dort anzutreffen sind.

Tatsächlich sind es nicht nur ältere Menschen, die die Innenstädte zum Einkaufen ansteuern. Gerade in größeren Städten sind häufig junge Konsumenten unterwegs. So sind rund 30 Prozent der befragten Passanten in Städten mit 100.000 bis 200.000 Einwohnern maximal 25 Jahre alt. Etwas anders das Bild in Orten mit weniger als 25.000 Einwohnern: Hier liegt der Anteil der Innenstadtbesucher unter 25 Jahre bei knapp 18 Prozent.

Die Attraktivität der City steigt mit der Größe der Stadt

Wirft man einen Blick auf die Entwicklung seit 1976 wird deutlich, dass Konsumenten oft ihrer eigenen City treu sind – bis heute. Mit 67 Prozent ist der Anteil der lokalen Besucher in Orten mit 25.000 bis 50.000 Einwohnern am höchsten. In Städten mit mehr 500.000 Einwohnern sind es 59 Prozent.

Auch bei der Aufenthaltsdauer ist die Größe der Stadt entscheidend. Insgesamt gibt ein knappes Drittel aller Befragten an, die jeweilige Innenstadt voraussichtlich länger als zwei Stunden zu besuchen. Etwas mehr planen ein bis zwei Stunden ein. Angesichts dessen, was Großstädte ihren Besuchern im Vergleich zu kleineren Orten bieten können, überrascht es nicht, dass die Länge der Aufenthalte mit der Größe steigt. So hält sich jeder zweite Befragte in einer Stadt mit mehr als 500.000 Einwohnern länger als zwei Stunden in der City auf. In Kleinstädten mit maximal 25.000 Einwohnern sind es nur 22 Prozent. Gleiches gilt erwartungsgemäß für die Anzahl der besuchten Geschäfte. So planen 17 Prozent der Innenstadtbesucher in Orten mit mehr als einer halben Million Einwohnern, durch mindestens sechs Geschäfte zu bummeln, in Orten mit bis zu 25.000 Einwohnern trifft das nur auf rund drei Prozent zu.

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