| Retail

Handel ringt um die richtige Positionierung in der digitalen Welt

Die Dynamik im Handel erschwert die Etablierung von Alleinstellungsmerkmalen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Der Handel hat (mindestens) ein Problem: Über die Hälfte der Unternehmen werben mit den selben Attributen: breites Sortiment, hervorragende Qualität und bester Service. So ein Ergebnis einer Studie von Inverto.

Zwei Drittel der Unternehmen betonen, dass die Merkmale Sortiment, Qualität und Service sich am besten für die eigene Strategiefindung eignen und sie sich genau über diese Attribute von der Konkurrenz differenzieren wollen. Laut Studie bricht die Strategiekommunikation vom Management jedoch vor dem Point of Sale ab. Filialleiter geben an, bei Fragen zur Strategie, Positionierung und Differenzierung überfordert zu sein. Auch Kunden stellen diesen Bruch fest. Oftmals können sie die in den Werbekampagnen versprochene Leistung nicht "abrufen".

"Dass Einzelhändler keine klare und erlebbare Positionierung haben, führt in der Praxis dazu, dass viele Händler austauschbar werden und der Kunde die Unterschiede nicht mehr erkennen kann - letztendlich entscheidet dann doch nur der Preis" “, so Rudolf Trettenbrein, Managing Director Austria bei Inverto.

Dynamische Entwicklung erschwert Positionierung im Handel

Ein Fünftel der befragten Unternehmen sieht folglich Handlungsbedarf bei der Gesamtausrichtung des Unternehmens, wobei knapp 70 Prozent aller fortlaufenden Anpassungen in einzelnen Strategieelementen (zum Beispiel der Ausrichtung einzelner Warengruppen) erfolgen. Auffällig ist, dass rund ein Fünftel der Teilnehmer Handlungsbedarf bei der Strategieformulierung bzw. Zukunftsausrichtung sehen. Für über 90 Prozent der befragten Firmen ist ein Nachhaltigkeitsprogramm Pflicht, es kann also auch nicht wesentlich zur Differenzierung beitragen.

Die Studienteilnehmer äußerten, dass vor allem die Dynamik im Einzelhandel die Etablierung von Alleinstellungsmerkmalen erschwere. Über 80 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass Handelsunternehmen in allen Vertriebskanälen aktiv sein müssen, um zukünftig erfolgreich zu sein. Bereits drei Viertel der Unternehmen haben ihre klassischen Vertriebskanäle um einen Onlineshop und Hauszustellung erweitert.

Für die Studie "Strategie und Positionierung der größten Handelsunternehmen" wurden 15 österreichische Handelsunternehmen aus den Branchen: Lebensmittel, Drogerien, Do-It-Yourself und Textil befragt. Pro Handelsunternehmen wurden Personen aus drei Hierarchieebenen nämlich dem Top- und Middle-Management sowie dem operativen Geschäft befragt.

Weiterlesen:

Omnichannel: Deutscher Einzelhandel gerät ins Hintertreffen

Das Smartphone dient als Einkaufszettel – und zum Preisvergleich

Weihnachtsgeschenke werden vor allem im Laden gekauft

Schlagworte zum Thema:  Handel, Vertrieb, Multichannel, E-Commerce

Aktuell

Meistgelesen