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"Mobile Payment schafft die Brücke zum mobilen Kunden"

"Der stationäre Handel muss umdenken, denn der modere Kunde sucht, shoppt und bezahlt immer häufiger mit einem mobilen, internetfähigen Endgerät."
Bild: Wirecard AG

Der Handel muss sich mit Mobile Payment beschäftigen. Denn Kunden nutzen mobile Endgeräte für das Shoppen, online wie offline. Und wollen keine Medienbrüche, sagt Christian von Hammel-Bonten, Executive Vice President bei Wirecard.

acquisa: Wie groß ist die Nachfrage nach M-Payment heute seitens des Handels?

Christian von Hammel-Bonten: Wir stellen in allen Bereichen von mobilen Bezahllösungen ein steigendes Interesse fest. Das betrifft sowohl Lösungen zur Akzeptanz von Zahlungen über mobile Endgeräte (mPoS) als auch kontaktloses Bezahlen mit dem Mobiltelefon.

Insbesondere Crosschannel-Händler setzen auf integrierte Payment-Leistungen, die über jeden Verkaufskanal – ob online, offline oder mobil – genutzt werden können und diese intelligent miteinander verknüpfen.

acquisa:  Wie sieht es mit der Bereitschaft der Kunden aus, M-Payment zu nutzen? Unterscheidet sich Deutschland hier von anderen Ländern?

von Hammel-Bonten: Jedes Land hat seine Zahlungspräferenzen. Das ist beim normalen E-Payment der Fall wie auch beim Mobile Payment. Im Vergleich zu den europäischen Nachbarländern, zum Beispiel Großbritannien oder Frankreich, befinden sich die Deutschen noch in einer abwartenden Haltung. Dennoch nimmt Mobile Payment hierzulande immer mehr an Fahrt auf. Einfluss darauf haben auch die Telekommunikationsunternehmen, die immer mehr Angebote auf den Markt bringen. Auch der Rollout beziehungsweise Austausch der notwendigen NFC-Akzeptanzstellen (Near Field Communication) hat bereits begonnen, so dass wir in den nächsten Jahren mit einem weiteren Anstieg rechnen. Insofern ist davon auszugehen, dass das mobile Bezahlen in ein paar Jahren zur Normalität gehören wird, so wie das Bezahlen oder das Abheben von Bargeld mit der Karte.

acquisa: Warum sollte sich der Handel überhaupt mit dem Thema „M-Payment“ befassen? Barzahlung, EC- und Kreditkarte sind doch etabliert und werden angenommen. Wo liegen die Vorteile?

von Hammel-Bonten: Der stationäre Handel muss umdenken, denn der modere Kunde sucht, shoppt und bezahlt immer häufiger mit einem mobilen, internetfähigen Device wie Smartphone oder Tablet. Ein integriertes, einfaches Payment ist hierfür die Voraussetzung. Das lässt sich beispielsweise über mobile Applikationen, Near Field Communication oder Bluetooth Low Energy in Verbindung mit mobilen Mehrwertdiensten realisieren. Weiterhin ist das personalisierte Einkaufen im digitalen Zeitalter die Brücke zur Kundenbindung. Der mobile Kunde von heute möchte nicht mehr nach dem Gießkannenprinzip bedient werden, sondern maßgeschneiderte Angebote erhalten, die exakt seinen Interessen entsprechen. Mobile Payment mit all seinen Facetten schafft diese Brücke zum Kunden. Das Ziel besteht also darin, dem Kunden im Zusammenhang mit der Bezahlung zusätzliche maßgeschneiderte Vorzugsangebote und mehr Servicemöglichkeiten anzubieten.

Viele der heute verfügbaren mobilen Bezahllösungen verknüpfen eine Bezahlkarte mit ihrem Angebot. Das heißt, die Karte steht zur Bezahlung auch weiterhin im Vordergrund, nur kommt sie in einem anderen Formfaktor daher, beispielsweise als virtuelle oder mobile Karte, als NFC-Sticker oder als physische Dual-Interface-Karte mit integrierten NFC-Chip. Anders als die normale Geldbörse bietet ein Smartphone-Wallet vollkommene Transparenz über den momentanen Kontostand. Jede Transaktion wird in Echtzeit übersichtlich in einer Transaktionsübersicht angezeigt. Außerdem steigen die Kosten für Bargeldhandling, was zusätzlich für eine bargeldlose Zahlungsabwicklung spricht.

acquisa: Im Moment gibt es keine einheitlichen Standards, keine einheitliche Technik beim M-Payment. Ist das ein Hemmschuh für die weitere Entwicklung? Rechnen Sie mit einer Konsolidierung?

von Hammel-Bonten: Durchsetzen wird sich die Lösung, die von den Endkunden schnell, einfach und sicher genutzt werden kann. Die technische und operative Komplexität der gesamten Mobile Payment-Umgebung muss dem Endkunden abgenommen werden, so dass dieser mittels „Tap & Go“ bezahlen kann.

Schlagworte zum Thema:  Mobile, Payment, Handel, Smartphone

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