16.09.2014 | Handel

Marken haben es schwer in Deutschland

Im Supermarkt wird gerne zu Handelsmarken gegriffen.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Nicht einmal ein Drittel der Deutschen achtet beim Einkauf auf die Marke eines Produkts. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Umfrage des Marktforschers Ipsos. Lediglich bei einer teuren Anschaffung spielt der Markenname bei der Kaufentscheidung eine Rolle.

Gerade einmal 29 Prozent der Deutschen stimmen dem "Global Trends Survey" zufolge der Aussage zu, dass die Marke eines Produktes für die Kaufentscheidung wichtig sei. Zwei Drittel (65 Prozent) sind hingegen genau gegenteiliger Ansicht. Ähnlich ticken auch Belgier, Russen und Briten. Anders hingegen in China: Dort entscheidet die Marke bei drei Viertel der Konsumenten (74 Prozent) über Kauf oder Nicht-Kauf. Wenige Deutsche (13 Prozent) gehen davon aus, dass nur Markenprodukte qualitativ hochwertig sind, 80 Prozent sind gegenteiliger Meinung. Ähnlich kritisch gegenüber Marken sind die Verbraucher in Schweden und Großbritannien.

Großes Vertrauen schenken Konsumenten bereits bekannten Marken in fast allen 20 untersuchten Märkten. Zwei Drittel vertrauen einem neuen Produkt dann, wenn sie die Marke dahinter bereits kennen. In Deutschland sagen dies mit 48 Prozent der Verbraucher jedoch weniger als in anderen Ländern. Mit 45 Prozent geben hierzulande im Vergleich die meisten Befragten an, sich gerade nicht von der Bekanntheit einer Marke beeinflussen zu lassen. Entsprechend würde nur knapp die Hälfte (48 Prozent) dem Produkt den Vorzug geben, von dem sie meinen, es sei die bessere Marke. Damit liegt Deutschland am Ende der 20-Länder-Skala. Ganz anders die Chinesen: Hier greifen 90 Prozent grundsätzlich zum Markenprodukt.

Fans von Handelsmarken

64 Prozent der Deutschen sehen keinen signifikanten Qualitätsunterschied zwischen Handelsmarken und Herstellermarken. Mit dieser Meinung liegen die Deutschen weit über dem internationalen Durchschnitt von 48 Prozent. Große Zustimmung findet diese Ansicht nur noch in den USA, Großbritannien und Kanada. Kein Wunder also, dass in der Bundesrepublik nur jeder Fünfte versucht, "immer eine Marke zu kaufen". In China sind es 74, in Indien noch 65 Prozent.

Der Markenname kommt aber auch hier immer dann ins Spiel, wenn es um hochpreisige Produkte geht. Jeder Zweite (47 Prozent) gibt zu, die Marke zu berücksichtigen, wenn es um eine größere Anschaffung geht.

Für die Studie wurden Verbraucher in 20 Ländern befragt, darunter Australien, Brasilien, Japan, Russland, Spanien, Südafrika, Südkorea und in den Vereinigten Staaten. In Deutschland haben rund 1.000 Personen zwischen 18 und 64 Jahren an der Befragung teilgenommen. 

Schlagworte zum Thema:  Handel, Marketing, Kundenbindung, Marke, Markenführung

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