Einkaufen soll Spaß machen: Der Handel muss in digitale Innovationen investieren. Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Der stationäre Handel soll auch in Zukunft die erste Anlaufstelle für Kunden sein. Das geht aus der Studie "Trends im Handel" hervor. Um seine Vorrangstellung gegenüber dem E-Commerce verteidigen zu können, muss das Einkaufserlebnis jedoch mit digitalen Innovationen verknüpft werden.

Die Onlinekonkurrenz zwingt den Handel demnach zum Handeln, ohne Investitionen in digitale Services und Innovationen werden Ladengeschäfte ihre Vorrangstellung verlieren. Immer mehr Kunden erwarten beispielsweise neue Bestell- und Liefermöglichkeiten sowie eine stärkere nahtlose Verknüpfung aller Geschäftsprozesse.

Drei von vier Studienteilnehmern bestätigen, dass es ihnen wichtig ist, auch in Zukunft in Ladengeschäften einkaufen zu können. Und das gilt auch für die Generationen der Digital Natives. Gleichzeitig wächst der Onlinehandel in den kommenden Jahren voraussichtlich und je nach Branche zwischen vier und neun Prozent und damit langsamer als bisher. Überdurchschnittliche Zuwachsraten sind weiterhin in den Bereichen Elektrogeräte, Möbel und Baumärkte zu erwarten.

Um die Kunden vom eigenen Angebot zu überzeugen, müsse der stationäre Handel ins Einkaufserlebnis beziehungsweise in die Verknüpfung mit digitalen Innovationen investieren, erklärt Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland HDE. Interaktive Schaufenster oder virtuelle Umkleidekabinen könnten Kunden weiterhin in die Läden locken. Und auch bei der Präsentation der Waren würden die Ansprüche der Kunden steigen. Seine Prognose: "Am Ende des derzeit stattfindenden Umbruchs werden im Einzelhandel jene Unternehmen erfolgreich sein, die Online und Offline am besten miteinander verzahnen."

Handel: Omnichannel-Konzepte gewinnen an Bedeutung

Vor allem Kunden zwischen 16 und 39 Jahren und aus Haushalten mit mittlerem und höherem Einkommen erwarten zunehmend, dass ihnen der Handel ein nahtloses Einkaufserlebnis auf allen Kanälen bietet. Schon jetzt ist die Nutzungsrelevanz von Omnichannel-Konzepten im Handel mit Elektrogeräten, Möbeln, Dekoration sowie in Baumärkten überdurchschnittlich hoch.

Auch Michael Gerling, Geschäftsführer des EHI Retail Institute weist darauf hin, dass Kunden heute beides wollen: den Einkaufsbummel in der Stadt ebenso wie die schnelle Beschaffung über das Internet. Dazu gehöre auch, online bestellte Waren im Laden abholen oder zurückgeben zu können. Für viele Unternehmen sei dies die größte Herausforderung der kommenden Jahre. Für zwei von drei Handelsunternehmen hat die kanalübergreifende Prozessintegration deshalb höchste Priorität.

Im Zuge dieser Entwicklung verschwinden die Grenzen zwischen stationärem Geschäft, Internet und auch Mobile Shopping. Die Studienautoren sehen das "wahrhaft kundenzentrierte Omni-Business“ deshalb als einen Trend, für den alle Geschäftsprozesse entlang der Wertschöpfungskette mit Hilfe neuer Technologien vernetzt werden müssen. Alles zielt darauf ab, dem Einzelnen maßgeschneiderte Produkte und Einkaufserlebnisse zu bieten.

Für die gemeinsame Studie von KPMG, EHI, HDE und Kantar TNS wurden mehr als 1.000 Konsumenten zu ihrem Einkaufsverhalten befragt.

Schlagworte zum Thema:  Handel, Multichannel, E-Commerce, Kaufverhalten

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