15.07.2014 | Handel

Kleine Einzelhändler setzen auf Beratung statt online

Beratung soll es richten: Der stationäre Handel ist zurückhaltend in Sachen E-Commerce.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Kleine und mittlere Einzelhändler setzen im Wettbewerb mit E-Commerce vor allem auf Beratung – und wollen ihren Kunden ein Einkaufserlebnis schaffen. Online-Shop und Multichannel haben keine Priorität, wie eine Studie zeigt.

Der Handel ist im Umbruch. E-Commerce, Mobile Commerce und shoppen rund um die Uhr machen dem klassischen stationären Handel das Leben schwer. Einzelhändler kämpfen mit sinkenden Frequenzen und müssen sich mit dem veränderten Einkaufsverhalten der Kunden auseinandersetzen. Das Forschungsinstitut ECC Köln hat untersucht, wie der stationäre Handel auf diese Herausforderungen reagiert. Ergebnis: Die Händler wollen ihre Stärken Beratungskompetenz und Atmosphäre stärken. E-Commerce mit all seinen Facetten spielt bei vielen noch eine untergeordnete Rolle.

Konkret heißt das: 60 Prozent der kleinen Einzelhändler betreiben keinen eigenen Online-Shop und wollen das auch in Zukunft nicht tun. Der Hauptgrund dafür sind fehlende Ressourcen: E-Commerce kostet Zeit und benötigt Investitionen. Interessant: Rund acht Prozent der knapp 400 befragten Händler haben überhaupt keine Online-Präsenz, auch keine Website. Sie können also im Internet keinerlei Marketing für sich betreiben.

60 Prozent ohne Online-Shop

Und das, obwohl auch kleine und mittlere Händler darunter leiden, dass die Kundenfrequenz in ihren Geschäften abnimmt. 60 Prozent der Ladeninhaber in Innenstadtlage sagen das. Sie wollen dem Kundenschwund in erster Linie mit verbessertem Service begegnen: hochwertige Beratung und ein emotionales Einkaufserlebnis sollen Kunden für ihre Läden begeistern. Die Befragten sehen darin den genuinen Vorteil des stationären Handels. Fast zwei Drittel (63 Prozent) erklären, Online-Shops könnten ihnen in Sachen Einkaufserlebnis auch in Zukunft nicht das Wasser reichen.

Der stationäre Handel rechnet mit Mobile Payment

Dass die Zeiten sich ändern, sehen die Händler aber schon. 94 Prozent sagen, dass mobile Endgeräte wie Smartphones wichtiger werden, zum Beispiel wegen des Durchbruchs in Sachen Mobile Payment (48 Prozent). Noch aber sind viele auf Mobile Commerce nicht optimal vorbereitet, so verfügen nur 44 Prozent der Unternehmen mit Website über mobil optimierte Internetauftritte. Und nur jeder Zweite glaubt, dass Multichannel-Ansätze langfristig Erfolg versprechen. 

Schlagworte zum Thema:  Handel, Stationärer Handel, Online-Shop, Multichannel, E-Commerce

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