06.11.2013 | Handel

Kaufhäuser und Onlineshops vor starkem Weihnachtsgeschäft

Kaufhäuser sollen von der Kauflust der Deutschen zu Weihnachten profitieren - und der Onlinehandel.
Bild: Michael Bamberger

Die Deutschen sind in Kauflaune und wollen in diesem Jahr so viel für Weihnachtsgeschenke ausgeben wie schon seit Jahren nicht mehr. Besonders Kaufhäuser und Onlinehändler sollen davon profitieren. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young.

Im Durchschnitt planen die Deutschen in diesem Jahr 273 Euro für Weihnachtsgeschenke ein. Das sind 43 Euro mehr als im Vorjahr. Mehr als die Hälfte der Befragten setzt auf Buchpräsente. Ebenfalls sehr beliebt sind Geldgeschenke und Gutscheine (44 Prozent) sowie Kleidung (43 Prozent). Bares ist dabei aber nicht mehr so beliebt wie noch vor einem Jahr – damals hatten noch sechs von zehn Befragten Geld oder Gutscheine im Blick.

Am meisten wollen die Bundesbürger in diesem Jahr für Bücher und Geldgeschenke ausgeben (jeweils 33 Euro). Im Vorjahr lag das Budget für Buchgeschenke nur bei 24 Euro. Danach folgt mit einem deutlichen Plus im Vergleich zum Vorjahr die Unterhaltungselektronik (29 Euro, 2012: 17 Euro). Für dieses Plus zeichnen die Männer im Land verantwortlich: Sie wollen durchschnittlich 18 Euro mehr für Smartphones, Tablets oder Flachbildschirme ausgeben als noch 2012. Ohnehin sind die Männer in diesem Jahr besonders konsumfreudig: Durchschnittlich wollen sie fast 300 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben, deutlich mehr als im Vorjahr (224 Euro) und mehr als Frauen (248 Euro).

Besonders Kaufhäuser und Onlinehändler profitieren von der gestiegenen Konsumlust zu Weihnachten, heißt es: Im Internet wollen die Verbraucher durchschnittlich 64 Euro ausgeben – 20 Euro mehr als im Vorjahr. Dabei schätzen vor allem jüngere Verbraucher im Alter bis zu 35 Jahren den Onlinehandel. Sie geben 29 Prozent ihres Weihnachts-Budgets im Internet aus – im Durchschnitt aller Verbraucher liegt der Onlineanteil bei 21 Prozent. Bei Kaufhäusern steigt der Wert von 46 auf 79 Euro.

Fachmärkte und Fachgeschäfte müssen sich laut Ernst & Young hingegen auf einen schwierigen Jahresendspurt einstellen: Der Betrag, den die Verbraucher für Geschenkkäufe in Fachgeschäften einplanen, sinkt von 118 auf 86 Euro. Dennoch wird immer noch jeder dritte Euro im Fachhandel ausgegeben werden. Im Vorjahr landete allerdings noch mehr als die Hälfte des Weihnachtsbudgets in den Kassen der Fachhändler.

Am besten aufgestellt sind nach Ansicht der Experten von Ernst & Young Anbieter, die beide Vertriebswege – stationär und online – kombinieren. Ideen für ihre Weihnachtsgeschenke holen sich zum Beispiel 28 Prozent der Verbraucher online – häufiger genannt wird lediglich nur der Stadtbummel (36 Prozent). Jeder Vierte vertraut außerdem den Empfehlungen von Bekannten, auch über die sozialen Medien.

Beim Kauf der Weihnachtspräsente steht für die Verbraucher die Qualität (69 Prozent) an erster Stelle. Außerdem sollen die Geschenke praktisch sein: Funktionalität ist für 58 Prozent der Befragten ein wichtiges Kriterium. Nachhaltigkeitskriterien wie Herkunft und Umweltschutz (je 31 Prozent) gelten hingegen als weniger wichtig. Und nach eigener Aussage achtet nur jeder Vierte auf die Marke seiner Geschenke.

Für das kommende Jahr ist Thomas Harms, Leiter des Bereichs Retail & Consumer Products, ebenfalls optimistisch: "Es spricht einiges dafür, dass die deutsche Wirtschaft 2014 wieder stärker wächst – und über neue Jobs und gute Gehälter kommt der Aufschwung auch in den Geldbeuteln der Verbraucher an. Nach einigen mageren Jahren stehen die Zeichen für den Einzelhandel also derzeit wieder auf Wachstum." Basis der Studie ist eine repräsentative Umfrage unter 1.500 Verbrauchern in Deutschland.

Schlagworte zum Thema:  Handel, E-Commerce, Vertrieb, Versandhandel

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