01.03.2013 | Handel

Immer mehr Pflegeprodukte werden im Internet bestellt

Gerade bei teuren Kosmetikprodukten punktet das Internet mit dem Preis.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Der Online-Handel mit Pflegeartikeln wächst rund sechs Mal schneller als der Gesamtmarkt dieser Produkte. Inzwischen kauft fast jeder zweite Deutsche Deo und Duschgel im Internet, wie eine Studie des Beratungsunternehmens  A.T. Kearney nun ergeben hat.

Erst zwei Prozent der Umsätze, rund 372 Millionen Euro, generiert die Branche momentan online. In Frankreich und Großbritannien liegen die Anteile mit sechs und fünf Prozent schon etwas höher. Die deutschen Wachstumszahlen bestätigen jedoch das große Potenzial. Viele Händler und Hersteller hätten das Internet absichtlich lange Zeit gemieden, sagt Dr. Peter Pfeiffer, Partner im Beratungsbereich Konsumgüterindustrie und Handel bei A.T. Kearney. Diese Taktik werde künftig nicht mehr funktionieren. Durch das rasante Wachstum stehe für die Marktteilnehmer zu viel auf dem Spiel.

Komfort überzeugt

Mindestens 40 Prozent der aktiven Online-Shopper in Deutschland, Frankreich und Großbritannien kauften in den vergangenen zwölf Monaten Pflege- und Schönheitsprodukte im Internet. Mit 46 Prozent ist der Anteil in Deutschland überdurchschnittlich hoch. Ein Viertel (25 Prozent) dieser Käufer schätzt die günstigeren Preise, 21 Prozent finden es bequemer, sich die angebotenen Produkte im Web anzuschauen als die Regale abzuwandern und 33 Prozent finden den kompletten Einkaufsprozess im Internet komfortabler als im stationären Handel.

Diejenigen, die weiterhin die Ladengeschäfte bevorzugen, begründen dies mit der Möglichkeit, die Produkte vor dem Kauf anfassen zu können. Außerdem schrecken die derzeit noch zu zahlenden Liefergebühren bei Online-Bestellungen ab.

Um die Potenziale dieses Trends zu nutzen, werden die Händler um eine professionelle Multichannel-Strategie mit einem einheitlichen Marktauftritt über die Kanäle hinweg nicht herumkommen. Anders, so das Studienfazit, werde eine Auseinandersetzung mit dem Marktführer Amazon nicht gelingen. Gerade die aktivsten Shopper kaufen in etwa gleich viel im Internet wie im Geschäft. Für Händler bedeutet dies: Sie müssen dort präsent sein, wo sich die Kunden gerade aufhalten.

In Deutschland und Großbritannien steht der Online-Gigant Amazon unangefochten an erster Stelle beim Online-Verkauf von Deos und Duschgel. Hinzu kommt, dass die Verbraucher beider Länder am liebsten alle Einkäufe – vom Buch bis hin zum Pflegeprodukt – in einem einzigen Shop abwickeln. Auch das ist eine zusätzliche Herausforderung für die Branche.

Deutsche achten auf Sicherheit

Bei der Wahl des Webshops achten deutsche Verbraucher auf die Sicherheit. 54 Prozent ist dieses Kriterium das wichtigste. Allerdings folgen direkt dahinter mit 53 und 52 Prozent bereits Preis und Verfügbarkeit. Diese drei Kriterien sind zwar auch den Kunden in Frankreich und Großbritannien wichtig, allerdings liegt die Sicherheit jeweils erst an dritter Stelle.

4.000 Verbraucher hatte das Beratungsunternehmen über ihr Einkaufsverhalten befragt, davon 1.000 in Deutschland.

Schlagworte zum Thema:  Vertrieb, Multichannel, E-Commerce, Handel, Versandhandel

Aktuell

Meistgelesen