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Hier kommt der "phy-gitale Shopper"

Die Qual der Wahl ... : Deshalb zücken immer mehr Kunden im Ladengeschäft ihr Smartphone und suchen nach Zusatzinformationen.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Ein neuer Kundentyp ist geboren – der "phy-gitale Shopper". Zumindest, wenn man der Unternehmensberatung Mindtree folgt, die dieses Phänomen weltweit untersucht hat, auch in Deutschland. Ergebnis: Der Phy-gitale will mehr Informationen über Anbieter und Waren. Und er gibt selber gern Informationen preis, wenn er dafür besseren Service bekommt.

Der phy-gitale Shopper, den Mindtree identifiziert hat, kauft sowohl online als auch offline. Er ist also der altbekannte hybride Kunde in einem neuen Gewand. Die Untersuchung hat herausgefunden, dass 60 Prozent der deutschen Verbraucher Online-Erfahrungen und solche im stationären Handel mischen, wenn sie Kleidung kaufen. Das "Phy-gitale" daran: Kunden stehen im Ladengeschäft und recherchieren auf dem Smartphone, ob es die Klamotten woanders eventuell preisgünstiger gibt ("Der Siegeszug der kleinen Bildschirme geht weiter").

Multichannel ist mehr als ein Schlagwort

Weitere Ergebnisse der Studie, für die 430 Kleidung- und Lebensmittel-Kunden in Deutschland befragt wurden, lauten: Verbraucher wollen mehr Information, sowohl online als auch im stationären Handel. das heißt, sie suchen nach Bewertungen, Produktbeschreibungen und Preisvergleichen. Außerdem ist Multichannel nicht mehr nur ein Schlagwort. Egal ob klassisch stationär oder online: Käufer wünschen sich ein nahtloses Einkaufserlebnis, egal, über welchen Kanal sie gerade shoppen. Online kaufen, offline umtauschen ist das Minimum. Und der phy-gitale Kunde möchte im Ladengeschäft mehr moderne Technik nutzen. Zum Beispiel Displays, um zusätzliche Produktinformationen zu erhalten, oder einen Wegweiser zu Waren im Geschäft, um nicht lange und vergeblich nach Mitarbeitern Ausschau halten zu müssen, die dann auch nur sagen "drittes Regal links hinten" ("Verbraucher zeigen Interesse an Nutzung von Smartphones am POS").

Persönliche Daten für besseren Service

Gerade angesichts der Diskussion um Datenschutz und Big Data dürfte dieses Studienergebnis interessant sein: 80 Prozent der Befragten sind bereit, Informationen über sich und ihre Interessen preiszugeben, wenn sich so das Einkaufserlebnis verbessert. Wermutstropfen für alle, die auf intensive Social-Media-Kontakte mit Verbrauchern setzen: Das wollen nur vier Prozent.  

Eine Infografik mit den wichtigsten Ergebnissen gibt es hier. 

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Schlagworte zum Thema:  Handel, Stationärer Handel, E-Commerce, Online-Shop, Multichannel

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