20.01.2014 | Handel

Einzelhandel steht vor tiefgreifendem Wandel

In Handel soll sich künftig (fast) alles um das mobile Endgerät drehen.
Bild: Michael Bamberger

Der Think Tank 2b Ahead hat sich mit der Zukunft des stationären Handels beschäftigt. Während es im Economy-Segment künftig um die Verschmelzung der Kanäle gehen wird, mit dem Smartphone als Fixpunkt, steht im Premium-Segment die Identitätsstiftung im Fokus.

Die wichtigsten Trendfelder

Nahtlose Vernetzung aller Verkaufskanäle: Für Händler wird es von zentraler Bedeutung sein, die verschiedenen Vertriebskanäle nahtlos miteinander zu vernetzen (Multichannel bzw. Omnichannel). So entsteht für die Kunden ein einheitliches Einkaufserlebnis über die verschiedenen Kanäle hinweg - stationäre Geschäfte, Online-Shops, Mobile-Dienste, Kataloge, Kiosk-Systeme sowie Out-of-Home-Initiativen verschmelzen miteinander. Die Wahl liegt beim Kunden, welche Kanäle er nutzen will, um sich über Produkte zu informieren und Käufe zu tätigen.

Kundenansprache außerhalb stationärer Geschäfte: Mit der zunehmenden Verbreitung von mobilen Geräten gewinnt die Ansprache von Kunden außerhalb von stationären Filialen immer mehr an Bedeutung. Im Sinne eines Multi-/Omni-Channel-Ansatzes ist es dabei für Händler wichtig, die Out-of-Home-Angebote mit den übrigen Verkaufskanälen zu vernetzen.

Neue digitale Technologien in der Filiale: Die Händler sind zunehmend bestrebt, den Kunden über digitale Technologien Multi-/Omni-Channel-Angebote in der Filiale zugänglich zu machen. Sie haben verstanden, dass sie die Nutzung von Smartphones beim Einkaufen nicht bekämpfen können, sondern diesen Trend aktiv zu ihren Gunsten nutzen müssen.

Personalisierte Kundenansprache: Händler sind zunehmend bestrebt, den Kunden ein personalisiertes Einkaufserlebnis zu bieten. Eine wichtige Grundlage hierfür sind Kundendaten, die über die  Einkaufsgewohnheiten der Kunden Auskunft geben. Diese Informationen können genutzt werden, um Angebote besser auf die Interessen und Bedürfnisse der Kunden abzustimmen. Zusätzlich werden auch Systeme getestet, über welche Kunden Produkte nach ihren spezifischen Wünschen personalisieren können.

Neue Einkaufserlebnisse mit Mehrwert: Bei stationären Händlern setzt sich immer mehr die Überzeugung durch, dass sie den Kunden einen zusätzlichen Mehrwert bieten müssen, um gegenüber der Konkurrenz von E-Commerce-Anbietern zu bestehen. Ziel ist eine stärkere Kundenbindung, die nicht auf dem Preis der Waren basiert.

Zwei Hauptstrategien

Stationäre Händler, die ihre Position im Economy-Segment stärken wollen, müssen ihre Läden mit der Logik des E-Commerce verschmelzen. Es reicht nicht aus, parallel zum Ladengeschäft einen separaten Onlinehandel zu eröffnen. Vielmehr geht es um die intelligente Verbindung von stationärem Handel mit Mobile. Die zentrale Rolle dabei spielt das mit eigenen Angeboten zu besetzende Smartphonedisplay der Kunden. Zudem könnte der stationäre Handel mit digitaler Technologie neue, lukrative aber bislang unbesetzte Verkaufsorte erschließen.

Im Premium-Segment müssen sich stationäre Händler künftig als Identitätsmanager präsentieren. Es geht den Kunden um die Chance, die eigene Identität ausdrücken zu können, indem sie in einen bestimmten Shop gehen, ein bestimmtes Produkt kaufen oder mit einem bestimmten Verkäufer sprechen. Hier wollen die Kunden nicht das schnellste, kostengünstigste und rationalste Kaufergebnis. Filialen sollten deshalb konsequent zu Ereignis-Orten werden.

Die Trendstudie ist eine Fortsetzung und Detaillierung der Studie "Die Zukunft des Verkaufens". Die Basis bildeten qualitative Experteninterviews. Die Experten wurden mit 25 internationalen Pilotprojekten konfrontiert. Diese wurden beschrieben, bewertet und daraus Strategieempfehlungen abgeleitet.

Die ausführliche Studie mit 15 Strategieempfehlungen im Detail steht hier zum Download bereit.

Schlagworte zum Thema:  Handel, E-Commerce, Mobile Marketing, Mobile Commerce, Multichannel

Aktuell

Meistgelesen