21.01.2015 | Finanzvertrieb

Vertrieb von Finanzdienstleistungen steht vor drastischem Wandel

Im Finanzvertrieb steht ein Umbruch bevor.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Der Vertrieb von Finanzprodukten wird sich laut einer Studie der Managementberatung Horváth & Partners in den nächsten fünf Jahren drastisch verändern. Filialen werden schließen, die persönliche Kommunikation via Chat oder Videokonferenz stattfinden.

Bis 2020 wird der Studie "Multikanalvertrieb in Zeiten der Digitalisierung – online, offline und hybrid" zufolge jede fünfte Bankfiliale und jede vierte klassische Versicherungsagentur schließen (mehr zum Umbruch in der Versicherungswirtschaft). Drei Viertel der befragten 100 Entscheider rechnen mit einem deutlichen Bedeutungsverlust der physischen Filiale, während die Akzeptanz einer Beratung via Chat und Videokonferenz steigt. Selbst reine Online-Filialen, die keine physischen Interaktionsmöglichkeiten mehr bieten, werden von Kunden zunehmend akzeptiert, wie zwei Drittel der Befragten glauben.

Die Erwartungen der Kunden hätten sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert, sagt Dr. Marco Adelt von Horváth & Partners. Viele seien durch die digitalen Angebote anderer Branchen verwöhnt, wollten nun auch Finanzgeschäfte rund um die Uhr erledigen können und entscheiden, auf welchem Weg sie mit ihrem Dienstleister in Kontakt treten möchten. Der Übergang zwischen On- und Offline-Kanälen soll in Zukunft nahtlos erfolgen, die Grenzen zunehmend verschwinden.

Bei den Versicherungen erwarten die Umfrageteilnehmer eine deutliche Zunahme von hybriden Agenturen mit digitalen sowie physischen Interaktionskanälen. Ein bis zwei Mal pro Jahr werden Kunden dann eine Filiale aufsuchen, ansonsten online mit den Beratern kommunizieren. Auch die Akzeptanz reiner Online-Agenturen wird nach Ansicht der Mehrheit der Befragten steigen.

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Schlagworte zum Thema:  Vertrieb, Finanzwirtschaft, Multichannel

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