19.12.2013 | Einzelhandel

Lidl ist der beliebteste Multichannel-Händler

Auch wenn Verbraucher noch lieber direkt im Supermarkt einkaufen, kommt die Multichannel-Strategie an.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Lidl führt das aktuelle Multichannel-Ranking der Unternehmensberatung Pwc vor H&M, Edeka und Rewe an. Erstaunlich, weil erst vergleichsweise wenige Käufer Lebensmittel im Internet bestellen und es eigentlich die Modemarken sind, die Internet und Filialgeschäft am erfolgreichsten verknüpfen.

Offline kaufen demnach Online-Shopper bevorzugt bei Lidl ein. Für jeden vierten Verbraucher ist der Discounter der beliebteste Multichannel-Einzelhändler. Auf Platz zwei folgt der Modehändler H&M (20 Prozent), direkt dahinter mit Edeka und Rewe (jeweils 18 Prozent) zwei weitere Lebensmittelhändler. In der Umfrage wurden nur Einzelhandelsketten berücksichtigt, die neben ihren Filialen mindestens einen weiteren Vertriebskanal, wie beispielsweise Online-Shops, TV- oder Social-Media-Shopping, anbieten.

Für Gerd Bovensiepen, Partner und Leiter des Bereichs Handel und Konsumgüter bei PwC ist das gute Abschneiden der Lebensmittelhändler bemerkenswert. Der lange Atem bei der Ausweitung der Online-Angebote zahle sich offenbar aus. Zwar kauften erst recht wenige Befragte frische Lebensmittel im Internet, die Multichannel-Strategie werde aber dennoch positiv aufgenommen. Der Unternehmensberater geht daher davon aus, dass schon in Kürze mehr Konsumenten Lebensmittel online bestellen werden.

Während der Lebensmittelhandel noch aufholt, verschwimmt die Trennlinie zwischen Online- und Offline-Shopping in anderen Segmenten schon jetzt. Besonders hoch ist der Anteil der Multichannel-Hopper bei den Modefilialisten. So kauft beispielsweise jeder vierte Befragte bei Esprit sowohl im Web als auch im Laden. Bei H&M liegt die Quote bei fast 20 Prozent. Viele Mutlichannel-Shopper hat auch Tchibo: Hier kaufen 23 Prozent der Befragten in beiden Kanälen ein.

Stärken der beiden Kanäle sinnvoll verbinden

Punkten können Einzelhändler mit verschiedenen Services. 83 Prozent der Befragten begrüßen es, wenn die Verfügbarkeit von Waren im Ladengeschäft im Internet abrufbar ist. Für zwei Drittel der Befragten zeichnen sich gute Filialisten dadurch aus, dass sie im Internet bestellte Waren auch im Laden wieder zurücknehmen. Jeder Dritte wünscht sich eine persönliche Ansprache in den Social Media.

Das Internet werde vor allem dann für Filialisten zum erfolgreichen Vertriebskanal, wenn sie die Stärken von Online- und Offline-Präsenz sinnvoll verbinden, sagt Bovensiepen. So schätzten viele Kunden beispielsweise die Möglichkeit, sich im Web-Shop zu informieren und gegebenenfalls Waren unverbindlich in die nächstgelegene Filiale liefern zu lassen.

Für die Studie befragte Pwc über 1.000 Konsumenten in Deutschland, die bereits mindestens einmal im Internet eingekauft haben.

Schlagworte zum Thema:  CRM, Kundenbindung, Handel, E-Commerce, Multichannel

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