06.05.2014 | Einzelhandel

Geschaut wird im Laden, gekauft im Web

Wenn das gewünschte Produkt im Internet günstiger ist, hat der stationäre Handel nicht selten das Nachsehen.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Showrooming im Laden, einkaufen im Webshop: Die Studie "Mobile Internetnutzung 2014" des Marktforschers Nordlight belegt, dass das mobile Internet das Kaufverhalten der Bundesbürger maßgeblich beeinflusst. Jeder Dritte sucht im Laden per Smartphone nach Online-Angeboten.

Im Laden zum Smartphone greifen, um im Internet nach günstigeren Angeboten zu suchen? Für jeden dritten Nutzer des mobilen Internets ist das inzwischen die übliche Vorgehensweise beim Shopping. Jeder Fünfte hat daraufhin sogar schon einmal einen Verkäufer angesprochen, um über einen Preisnachlass zu verhandeln. Kommen diese den Kunden beim Preis nicht zumindest etwas entgegen, kauft die Hälfte dann lieber im Internet ein – selbst dann, wenn die Beratung im Shop eigentlich gut war. Besonders beliebt ist dieses Einkaufsverhalten der Studie zum Schwerpunktthema "Neues Einkaufsverhalten und Showrooming" zufolge beim Kauf von Elektroartikeln, Urlaubsreisen, Medienprodukten und beim Abschluss von Mobilfunktarifen. Nach Waren des täglichen Bedarfs, die selten im Webshop bestellt werden, wie beispielsweise Lebensmittel, wird hingegen eher selten recherchiert.

Besonders oft vergleicht die Altersgruppe der Digital Natives (43 Prozent). Mit zunehmendem Alter lässt sich dieses Verhalten seltener beobachten: Unter den über 50-Jährigen sind es nur noch 21 Prozent, die im Ladengeschäft zum Smartphone greifen.

Dass sich das Einkaufsverhalten wandelt, zeigen auch folgende Zahlen: 46 Prozent der Verbraucher mit internetfähigen Mobilfunkgeräten nutzen QR-Code-Scanner (2013: 36 Prozent), 42 Prozent Barcode-Scanner (2013: 36 Prozent), um zusätzliche Infos über Produkte und Angebote abzurufen. Nur rund jeder Fünfte sagt, er habe keinerlei Interesse daran. Dieser Anteil ist jedoch seit der letzten Umfrage 2013 stark gesunken, von 39 auf 17 Prozent bei der Frage nach der Nutzung eines QR-Scanners und von 36 auf 20 Prozent bei der Frage nach der Nutzung von Barcode-Scannern.

Dass das Internet den stationären Handel zum reinen Showroom machen wird, glaubt Studienleiter Rafael Jaron dennoch nicht. Das mobile Internet biete dem stationären Handel ausreichend Chancen, um die Kunden in die Läden zu locken. Apps könnten dabei helfen, die Kunden auf Läden in der Nähe aufmerksam zu machen und Produktorientierungen sowie Einkaufstipps oder mobile Coupons im Shop bereitstellen.

In Zusammenarbeit mit dem Online-Umfragedienstleister Webfrager wurden 400 Nutzer des mobilen Internets ab 16 Jahren befragt.

Schlagworte zum Thema:  Vertrieb, Handel, Versandhandel, Mobile Marketing, E-Commerce

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