20.11.2012 | E-Commerce

Webshops übertrumpfen stationären Handel

Mindestens die Hälfte der Budgets für Kleidung fließt inzwischen in den Online-Handel.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Online-Käufer geben durchschnittlich 42 Prozent ihrer Gesamtausgaben im Internet aus. Mehr als ein Drittel von ihnen gibt innerhalb einer Woche mehr Geld im Internet aus als im stationären Handel. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Beratungsgesellschaft PwC.

Die aktuellen Zahlen des Beraters belegen einmal mehr, dass der Online-Absatz inzwischen nicht nur ein Zusatzgeschäft ist. Das Internet ist für viele Kunden ein Kanal, auf den sie nicht mehr verzichten möchten. So geben bereits 36 Prozent wöchentlich mehr Geld im Internet aus als im selben Zeitraum im stationären Handel. Dennoch reagieren Händler mit Verunsicherung auf diese Entwicklung. Sie müssten nun auch ihre digitalen Strategien den Bedürfnissen und Wünschen der Kunden anpassen, sagt Gerd Bovensiepen, Partner und Leiter des Bereichs Retail & Consumer bei PwC.

Steigerungsraten bis zu 30 Prozent
42 Prozent ihrer Konsumausgaben geben die Befragten durchschnittlich im Internet aus. Das sind 16 Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr. In den Segmenten Kleidung und Schuhe, Bücher, Musik, Filme und Videospiele sowie Elektronik und Computer floss mindestens die Hälfte der Budgets in den Online-Handel. Bei Kleidung, Schuhen, Gesundheitsprodukten und Kosmetik erzielten Händler sogar Steigerungsraten von bis zu 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Je höher der Online-Anteil in einer Warenkategorie, desto wichtiger sei eine adäquate Multichannel-Strategie für den Handel, so das Fazit von Bovensiepen.

Service zählt auch im Netz
Obwohl 58 Prozent der Befragten den Preis als zentralen Grund für den Kauf im Internet nennen, legen sie Wert auf guten Service. Für 55 Prozent gibt außerdem die Bequemlichkeit den Ausschlag, 53 Prozent schätzen die Möglichkeit, sich die Produkte nach Hause liefern zu lassen. Vertrauen schaffen aber in erster Linie Service und Beratung. Hier liegt die Chance der Händler darin, über persönliche Beratung im Ladengeschäft den Zugang zum Kunden zu gewinnen.

Bislang galt die Ropo-Regel: Produktsuche im Internet, Kauf im Geschäft (Research online, Purchase offline). Die Studie belegt nun, dass dies nicht grundsätzlich stimmt. Fast zwei Drittel der Befragten entscheiden sich für einen Kanal und bleiben dabei -  und zwar über alle Warengruppen hinweg.

Bei vielen Händlern steckt das Online-Marketing jedoch noch in den Kinderschuhen. Wer auf den Händlerseiten nach einem bestimmten Produkt sucht, kann das Angebot oft nur nach Markennamen oder Preisen sortieren. Kaum ein Händler fragt beispielsweise danach, was der Kunde mit dem Gerät tun will, um automatisch das passende Angebot liefern zu können.

Kaum Einkäufe in Social Media
Noch nutzen beinahe alle Befragten ihren PC für den Online-Kauf. Social Media werden erst von fünf Prozent als Shopping-Kanal genutzt. Auch Tablets und Smartphones können mit dem klassischen PC noch nicht mithalten. Trotzdem, so die Prognose der PwC-Experten, werden mobile Technologien den Multichannel-Handel in den nächsten fünf Jahren entscheidend prägen.

Schlagworte zum Thema:  Handel, E-Commerce, Multichannel

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