| E-Commerce

So shoppen die Deutschen im Web

Praktisch alle Deutschen haben bereits im Web eingekauft.
Bild: Haufe Online Redaktion

Viele Deutsche beginnen ihren Einkaufsbummel im Web und kaufen anschließend im Ladengeschäft. Dieses als Webrooming bekannte Einkaufsverhalten tritt vermehrt beim Kauf von Elektronik auf. Diese und weitere Erkenntnisse zum Thema E-Commerce liefert eine aktuelle Nielsen-Studie.

Die These, Onlineshopping mache den stationären Handel überflüssig, wird widerlegt. Viele Verbraucher, so ein Ergebnis des "Nielsen Global Connected Commerce Survey", beginnen zwar ihre Suche im Web, kaufen jedoch anschließend im stationären Handel ein. Besonders verbreitet ist das sogenannte Webrooming bei Unterhaltungselektronik (zum Beispiel Digitalkameras mit 59 Prozent) sowie IT-Elektronik (Smartphones und Laptops: 50 Prozent).

"Im Geschäft anzuschauen und dann online zu einem günstigeren Preis zu kaufen, scheint für deutsche Konsumenten nicht grundsätzlich zu gelten", sagt Nina Gemkow, Director Consumer & Shopper bei Nielsen Deutschland. "Man kann sogar sagen, dass der stationäre Handel die Möglichkeit hat, vom Internet zu profitieren, besonders im Elektronikbereich. Dennoch ist und bleibt der Online-Einkauf sehr wichtig." Mit 99 Prozent haben praktisch alle bereits mindestens einmal ein Produkt im Internet gekauft.

Was wo gekauft wird, hängt stark vom Produkt ab. In den virtuellen Einkaufskörben landen oft Kleidung (76 Prozent), Bücher und Musik (75 Prozent) sowie Reisen (57 Prozent). Verbrauchsgüter hingegen werden eher im Laden gekauft. Schlusslichter sind deshalb alkoholische Getränke (20 Prozent), Babyprodukte (17 Prozent) und frische Produkte (neun Prozent). Ausnahme sind Pflegeprodukte, die jeder zweite Deutschen bereits im Web gekauft hat.

Was und warum im Web geshoppt wird

"Betrachtet man alle Waren des täglichen Bedarfs, steht der E-Commerce in Deutschland aktuell am Scheideweg“, so Gemkow weiter. "Der Anteil am entsprechenden Gesamthandelsumsatz liegt trotz Wachstums weiterhin unter einem Prozent." Ursache ist die hierzulande vergleichsweise hohe Geschäftsdichte bei Supermarkt- und Drogeriemärkten. In Frankreich und Großbritannien ist der Onlinekauf von Fast Moving Consumer Goods  hingegen bereits Alltag.

Gefragt wurde auch danach, was Kunden antreibt, Produkte im Web zu kaufen: 34 Prozent suchen gezielt in Online-Werbeprospekten nach Angeboten, 32 Prozent schätzen die Zeitersparnis und 31 Prozent sehen den Vorteil darin, bei Händlern kaufen zu können, die sie stationär schlecht erreichen. Deshalb sind ausländische Webshops für die Mehrheit (73 Prozent) eine attraktive Anlaufstelle. Im weltweiten Vergleich kaufen lediglich indische Konsumenten (74 Prozent) noch häufiger im Ausland ein.

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