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Deutscher Online-Markt für Luxusmode wächst langsamer als weltweit

Luxus aus dem Web? Damit tun sich Deutsche schwer.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Luxusgüter haben ihren Platz im Online-Markt gefunden. Nicht so in Deutschland: Während der globale E-Commerce-Markt für Luxus-Damenmode bis 2018 um 20 Prozent pro Jahr wachsen wird, sind es hierzulande nur rund zwölf. So eine McKinsey-Studie.

Weltweit wird bereits die Hälfte aller Luxuskäufe durch das Web beeinflusst. Deutsche Kunden zeigen sich laut Studie „The Opportunity in Online Luxury Fashion“ des Beratungsunternehmens McKinsey deutlich kritischer. Während der globale Markt für Luxus-Damenmode bis 2018 um durchschnittlich 20 Prozent pro Jahr auf dann zwölf Milliarden US-Dollar wachsen wird, entwickelt sich der deutsche Markt mit zwölf Prozent deutlich langsamer. Zum Vergleich: In Frankreich beträgt das Wachstum 21, in Großbritannien 18 Prozent.

Deutsche Kunden seien im Luxussegment außerordentlich anspruchsvoll, sagt Achim Berg, Experte für die Modebranche bei McKinsey. Zwei Drittel von insgesamt 1.000 befragten Kunden in Deutschland seien mit dem gebotenen Service der meistgenutzten Online-Shops unzufrieden. Eine Chance bietet sich Luxushändlern, denn deutsche Luxuskunden haben die Angewohnheit, über eine Suchmaschine zu recherchieren. Dies bietet Markteinsteigern neue Chancen. Neue Player müssten jedoch hohe Marketingausgaben einplanen und ihre Effizienz feinmaschig kontrollieren, ergänzt Digital-Experte Thomas Schumacher.

 

Redaktionelle Beiträge animieren zum Kauf

Befragt man deutsche Käufer nach ihren Kriterien für die Wahl eines Webshops, sind – ebenso wie im Massensegment – Rückgabebedingungen und kostenfreie Lieferung am wichtigsten. Auf einen persönlichen Einkaufsberater können Luxuskunden hingegen verzichten. Ausschlaggebend ist hingegen für die Hälfte die Möglichkeit, ein Kleidungsstück in zwei Größen zu bestellen und die nicht passende wieder zurückzuschicken. In den USA und Großbritannien sind es hingegen nur 27 Prozent.

Jeder Vierte lässt sich in Deutschland zudem durch redaktionelle Artikel auf den Webseiten der Händler und in Newslettern zum Kauf animieren. Diesen Vorteil, als Informationsmedium wahrgenommen zu werden, sollten Luxushändler unbedingt nutzen, empfiehlt Schumacher.

Für die Studie wurden Luxus-Shops analysiert und mehr als 3.500 Käufer aus sieben Ländern befragt. 


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Schlagworte zum Thema:  E-Commerce, Vertrieb, Kundenbindung

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