26.05.2015 | E-Commerce

Lebensmittelhandel muss umdenken

Lebensmittel aus dem Web? Die Wenigsten haben es ausprobiert.
Bild: Paul-Georg Meister ⁄

Knapp 71 Prozent der deutschen Konsumenten haben noch nie Lebensmittel im Internet bestellt. Dies liegt einer aktuellen Studie zufolge jedoch weniger an der Zurückhaltung der Konsumenten als am Handel, der die Sache nicht richtig angeht.

Und noch immer tut sich der deutsche Lebensmittelhandel schwer mit dem E-Commerce. Eine Studie des Competence Center Food & Retail (CCFR) belegt, dass knapp 71 Prozent der befragten deutschen Konsumenten noch nie Lebensmittel im Internet gekauft haben. Und das, obwohl die Mehrheit dem Trend eigentlich offen gegenüber steht.

Der Handel ist selbst schuld, so lautet das Fazit der Studie, weil er die Sache falsch angeht. So haben 80 Prozent der Befragten noch nie Informationen über Online-Shopping-Möglichkeiten in ihren stationären Supermärkten wahrgenommen. Aufgeschlossene Kundentypen müssten gezielt angesprochen werden, sagt Christoph Willers, Professor für Strategisches Management und Unternehmensentwicklung an der CBS.

Die Kundenansprache ist aber nicht die einzige Herausforderung: Weil Frische und Qualität den Verbrauchern trotz der Praktikabilität einer Lieferung wichtig bleiben, will die breite Mehrheit die Waren am selben Tag, am liebsten ist ihnen dabei sogar ein bestimmtes Zeitfenster. In ländlichen Regionen erwarten die Kunden außerdem eine finanziell rentable Auslieferung, was bislang für Händler schwer realisierbar war. Der Lebensmittelhandel müsse die letzte Meile ebenfalls als Teil ihrer Lieferkette begreifen, sagt Christoph Willers, der ebenfalls an der Studie mitgearbeitet hat. Der Logistiker werde zum Face-to-the-customer für den Lebensmittelhandel. Hier sei ein Umdenken nötig, da diese Rolle bislang vom Einzelhändler wahrgenommen werde.


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Schlagworte zum Thema:  Vertrieb, E-Commerce, Kundenbindung

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