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Erneut Rekordumsatz im Interaktiven Handel

Die Internet-Pure-Player legen besonders stark zu.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Der Interaktive Handel konnte 2012 mit 39,3 Milliarden Euro erneut einen Rekordumsatz verbuchen. Auf das Online-Geschäft entfällt dabei 70 Prozent des Gesamtumsatzes. Diese aktuellen Zahlen zum deutschen Online-Handel liefert der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (Bvh).

Im Vergleich zum Vorjahr wuchs der Interaktive Handel damit um 15,6 Prozent, der Anteil am gesamten Einzelhandel erreicht einen neuen Höchstwert von 9,2 Prozent (2011: 8,2 Prozent). Die aktuellen Zahlen belegten einmal mehr den hohen Stellenwert der Branche für den Handel, kommentiert Christoph Wenk-Fischer, Bvh-Hauptgeschäftsführer. Wachstumstreiber sei der Online-Handel. Von 2011 auf 2012 erzielte der E-Commerce-Bereich eine Umsatzsteigerung um 5,9 Milliarden auf 27,6 Milliarden Euro, was einem Wachstum von immerhin 27,2 Prozent entspricht.

Internet-Pure-Player wachsen um 40 Prozent

Gleich drei Sparten schafften eine deutliche Steigerung ihrer Umsätze: Auf Platz eins rangieren die Internet-Pure-Player mit einem Wachstum um 40 Prozent, gefolgt von stationären Händlern, die zusätzlich im Netz oder per Katalog verkaufen. Sie verzeichneten ein Wachstum von 22 Prozent. Um immerhin sieben Prozentpunkte konnten die Teleshopping-Versender ihre Umsätze erhöhen.

Die umsatzstärkste Warengruppe ist mit 10,78 Milliarden Euro Bekleidung. Hier liegt das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr bei elf Prozent. Platz zwei belegt die Kategorie Unterhaltungselektronik/Elektroartikel mit 4,08 Milliarden Euro und einem Zuwachs von 25 Prozent. Dahinter folgen Bücher mit 2,59 Milliarden Euro und einem Plus von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Frauen bevorzugen Multichannel-Händler, Männer Internet-Pure-Player

Zwar ist die Kundenstruktur im Interaktiven Handel nahezu ausgeglichen, die größeren Warenkörbe generieren aber die Frauen. Ihr Anteil am Umsatz liegt bei 55 Prozent (Frauen: 21,7 Milliarden Euro; Männer: 17,6 Milliarden Euro). Gerade Multichannel-Versender stünden bei der weiblichen Klientel hoch im Kurs, so Bvh-Präsident Thomas Lipke. Sie kauften Waren für 14,76 Milliarden Euro ein, während es Männer auf lediglich 7,15 Milliarden Euro gebracht hätten. Im Gegensatz dazu sind die Internet-Pure-Player mit einem Umsatzvolumen von 6,6 Milliarden Euro mehrheitlich in männlicher Hand.

Erfolg setzt sich 2013 fort

Der Bvh rechnet auch für das laufende Jahr mit weiterem Wachstum. Prognostiziert wird ein Anstieg der Umsätze von rund 10,6 Prozent auf 43,5 Milliarden Euro. Das E-Commerce-Volumen könnte dann um 21,3 Prozent wachsen und auf 33,5 Milliarden Euro ansteigen. Bei dieser Prognose orientiert sich der Branchenverband an den Ergebnissen der vergangenen fünf Jahre und den Ergebnissen einer Händlerbefragung.

Für die Studie hatte das Institut TNS Infratest im Auftrag des Bvh 30.000 Privatpersonen über 14 Jahren befragt.

Schlagworte zum Thema:  Vertrieb, E-Commerce, Handel, Versandhandel

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