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Das sind die größten Fehler deutscher Online-Shops

Die Konkurrenz ist groß. Selbst die Big Player im deutschen E-Commerce machen nicht alles richtig.
Bild: elektraVision AG

Eines haben alle großen Player des deutschen E-Commerce gemeinsam: Sie machen noch einiges falsch und schöpfen deshalb Umsatzpotenziale nicht aus. Andreas Graap, Online-Marketing-Berater, hat herausgefunden, dass jeder Online-Händler mindestens einen kapitalen Fehler begeht.

Die 1.000 umsatzstärksten Online-Shops hat Graap, der auch den Blog Angron.de betreibt, unter die Lupe genommen und festgestellt, dass jeder einzelne mindestens einen von diesen drei kapitalen Fehlern begeht:
Händler teilen die Besucher ihrer Webseiten in zwei Kategorien ein: Käufer und Nicht-Käufer. Kaum ein Online-Shop unternimmt den Versuch, Nicht-Käufer zunächst als Interessenten zu gewinnen, um sie schließlich zu Käufern zu machen. Dadurch gehen Umsätze verloren. Zwar werden durchaus Newsletter angeboten, diese werden jedoch weder aktiv beworben, noch dessen Vorteile kommuniziert. Dabei wäre es ein Leichtes, über diesen Weg Interessenten zumindest zu einem späteren Zeitpunkt zum Kauf zu animieren.

Kundenbedenken ernst nehmen

Wenn es darum geht Vertrauen aufzubauen, verlassen sich Online-Shops ausschließlich auf Trustsiegel wie TÜV-Plaketten, Nutzerbewertungen oder andere Zertifizierungen. Ängste und Bedenken nehmen die Wenigsten wirklich ernst. Eine Analyse, an welchen Stellen des Kaufprozesses noch Unsicherheiten bei den Kunden bestehen, erfolgt nicht. Ein Beispiel für einen Shop, der die Sorgen seiner Kunden ernst nimmt, ist Noblego.de. Der Zigarrenhändler weist beispielsweise darauf hin, dass jede Bestellung aromadicht versiegelt verschickt wird. Und der Fertighausanbieter Town & Country liefert ein Rundum-Sorglos-Paket mit Festpreisgarantie, Immobilenkredit-Versicherung und Bauzeitgarantie. Bedenken werden so gleich zu Beginn aus dem Weg geräumt.

Viele Online-Shops richten ihr Angebot zudem nicht auf eine spezielle Zielgruppe aus und verwässern so ihre Produktpalette. Wer sich jedoch für eine Zielgruppe entscheidet, erhält jene Besucher, die als potenzielle Käufer infrage kommen. Wer sich als Kompetenzträger in einem Bereich hervortut, beispielsweise als Blogbetreiber oder in den Social Media, kann irgendwann zum Marktführer werden. Ein gelungenes Beispiel ist der Comic- und Film-Memorabilia Sideshowtoy.com. Über die sozialen Netzwerke bleiben die Shopbetreiber im Gespräch und demonstrieren gleichzeitig ihr Branchen-Know-how. 

Schlagworte zum Thema:  E-Commerce, Kundenbindung, Kundenservice, Online-Marketing, Vertrieb

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