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B2B setzt online 870 Milliarden Euro um

870 Milliarden Euro werden im B2B-Geschäft online umgesetzt. Und die Entwicklung steht erst am Anfang.
Bild: IFH RETAIL CONSULTANTS

Der Internethandel hat für B2B in Deutschland eine wachsende Bedeutung. Laut einer Studie des IFH Köln sorgen Geschäftskunden für einen jährlichen Umsatz von 870 Milliarden Euro allein in Deutschland.

E-Commerce wird im B2B-Geschäft immer wichtiger. Büromaterial, Matketingdienstleistungen und -materialien, aber auch Verpackung, Logistikdienste und Investitionsgüter werden im B2B heute online geordert. Laut IFH sei dieser Markt aber bislang kaum erfasst. Mit seiner Studie „B2B-E-Commerce-Markt in Deutschland – Zahlen – Fakten – Zeitreihen“ will das Institut diese Lücke schließen. Beeindruckendes Ergebnis der Untersuchung: Geschäftskunden sorgen für insgesamt 870 Milliarden Euro Umsatz im Online-Geschäftsverkehr.

Verarbeitendes Gewerbe führt

Laut IFH schlägt der B2B-E-Commerce damit die Wachstumsraten im B2C-Online-Geschäft. Allerdings liegt der Anteil des E-Commerce am Gesamtumsatz im B2B bei einem Prozent – bei B2C sind es sieben Prozent. Mit anderen Worten: Das Wachstumspotenzial ist riesig. Denn, so die Wissenschaftler: Geschäftskunden übertragen ihr privates Einkaufsverhalten, das zunehmend in Richtung online geht, auf den Einkauf im Business. „Unternehmen, die im B2B-Geschäft unterwegs sind und keinen Online-Shop betreiben, müssen sich darüber im Klaren sein, dass sie die Chance verpassen, ihre Kompetenzen und ihr Sortiment online zu präsentieren. Der Online-Shop fungiert quasi als Schaufenster – auch im B2B-Bereich. Hier besteht aktuell noch großer Nachholbedarf“, sagt Hansjürgen Heinick, Autor der Studie.

Die Verteilung der Umsätze auf die einzelnen Branchen ist unterschiedlich. Das verarbeitende Gewerbe hat einen Anteil von annähernd 50 Prozent, gefolgt vom klassischen Großhandel, der ein knappes Drittel der Online-Umsätze erwirtschaftet. Abgeschlagen folgen Branchen wie Verkehr, Postdienste sowie Information und Kommunikation.

Automatisierter Datenaustausch dominiert
Anders als im B2C-Online-Handel, wo Bestellungen über Online-Shops üblich sind, dominiert im B2B-E-Commerce der automatisierte Datenaustausch: Bestellungen, Rechnungen oder Produktbeschreibungen werden online über ein vordefiniertes Format übermittelt und weiterverarbeitet. Auf diese Weise werden mehr als 80 Prozent des E-Commerce-Marktvolumens generiert. Nur vier Prozent, aber immer noch 35 Milliarden Euro, werden ähnlich wie im B2C-Handel über Online-Shops umgesetzt. „Der B2B-E-Commerce-Markt ist weitaus komplexer als der Online-Handel mit Endverbrauchern. Hinzu kommt, dass die Waren im B2B-Bereich häufig on demand produziert werden“, erklärt Heinick. Aber auch im B2B-Bereich gewönnen Online-Shops, wie man sie als Privatkunde kennt, an Bedeutung. Mit denselben Anforderungen an die Shop-gestaltung und Usability.

Schlagworte zum Thema:  E-Commerce, B2B, Online

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