15.02.2016 | Digitalisierung am POS

Stationärer Handel: Strategisches Tool schlägt Gimmick

Digitalisierung am POS: Digitale Preisschilder sind erst der Anfang.
Bild: Media-Saturn

Die Digitalisierung stellt den stationären Handel vor große Herausforderungen. Um sie zu bewältigen, müssen Händler am Point of Sale (POS) digital aufrüsten. Dabei gilt: Welchen Sinn technische Gimmicks bei der digitalen Transformation ergeben, ist eine Frage der Strategie und der Experimentierkultur.

Zugegeben: Roboter, die auf intelligente Art Stationärkunden begrüßen (Media-Saturn) und Umkleiden mit interaktiven Beratungs-Features (Ralph Lauren) sind abgefahren. Sie können im Idealfall inspirieren, personalisieren und Probleme lösen. Technikliebhabern dürfte also das Herz aufgehen, wenn Filialisten E-Commerce- und Kohlenstoffwelt zu verzahnen suchen – um Services und Prozesse vor, während und nach dem Kauf zu optimieren.

Aufwand hemmt Digitalisierung

Zwar hemmt der Aufwand, mit dem der mittelständische Einzelhandel ERP- und CRM-Strukturen mit neuen Systemen verheiraten muss, die Implementierung neuer Prozesse. Wenn innovative und exzellente Prozesse jedoch skaliert würden, "dann wird ein Gimmick zum strategischen Tool", betont Christiane Hoss-Nurminen, Marketing-Chefin bei Bettenrid. Der Münchner Local Hero in 1A-Lagen mit Online-Shop plant gerade Click & Reserve: Ein Fachberater sortiert ein zur online bestellten Ware passendes Produkt dazu – etwa ein Spannbettlaken zur Bettwäsche. "Der Kunde soll dies als Service wahrnehmen, weil er die Option bekommt, stationär etwas Passendes mitzunehmen", skizziert Hoss-Nurminen. "Ob wir ein technisches Gimmick als notwendig erachten, auf der Fläche testen und ausrollen, hängt davon ab, ob Kunden bereit dafür sind, die Technologie ausgereift ist und ob sich ein Mehrwert dahinter verbirgt", berichtet unterdessen Martin Wild, Chief Digital Officer (CDO) bei der Media-Saturn-Holding.

Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, Stationärer Handel, Multichannel

Aktuell

Meistgelesen