14.10.2016 | Finanzwirtschaft

Digital Natives bleiben klassischen Banken als Kunden erhalten

Digital Natives ticken anders. Aber der Bankfiliale wollen sie in bestimmten Situationen die Treue halten.
Bild: Corbis

Trotz ihrer digitalen Affinität halten Digital Natives klassischen Banken die Treue. Geht es um Geldanlage und Kredite, wird eine persönliche Beratung gegenüber Online-Angeboten bevorzugt. Das ist das Ergebnis einer Studie von Linkit und der Technischen Hochschule Köln.

Befragt wurden für die Studie "Bank der Zukunft“ Studierende (60 Prozent) und Berufstätige in den ersten Berufsjahren (36 Prozent). Demnach sind klassische Banken dann erste Anlaufstelle, wenn eine persönliche Beratung gefragt ist. Dies ist gerade bei Krediten der Fall (85 Prozent). Nur 41 Prozent ziehen einen Online-Finanzdienstleister in Erwägung.

Auch beim Blick in die Zukunft bleibt die Bank auf dem ersten Rang: 79 Prozent können sich "gut“ oder "sehr gut“ vorstellen, auch in Zukunft für Geldanlagen eine Filiale aufzusuchen. 62 Prozent würden Online-Finanzdienstleister kontaktieren, aber gerade einmal 23 Prozent würden ihr Geld in Crowd-Funding-Investments anlegen. (Wie digitalisiert Bankkunden von heute ganz allgemein sind, lesen Sie hier)

Banken müssen sich umstellen

In den Hintergrund rückt der Kontakt zum Bankberater dann, wenn die Entscheidung über die Art einer Geldanlage bereits gefallen ist. Dann treten Kriterien wie "Qualität der Konditionen“, "Sicherheit des Dienstleisters“ und "Transparenz des Angebots“ in den Vordergrund. Dabei zeigt sich, dass Digital Natives deutlich zwischen einer hochwertigen, persönlichen Beratung und grundlegenden Informationen, die online recherchiert werden können, unterscheiden.

Banken müssten sich deshalb in Zukunft deutlich stärker von der Produkt- auf die Kundenorientierung umstellen, so Rüdiger Hoffmann, Geschäftsführer von Linkit Consulting. Die sogenannte hybride Beratung, eine Kombination von Online- und Offline-Komponenten, für Beratung, Vergleichsmöglichkeiten und Informationsbeschaffung könne deshalb ein Modell der Zukunft sein. Es biete den Kunden eine größtmögliche Flexibilität, indem sie einfach und unkompliziert recherchieren könnten, um zu gegebenem Zeitpunkt zur persönlichen Beratung zu wechseln.

Schlagworte zum Thema:  Finanzwirtschaft, Digitalisierung, Kundenbindung

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