03.08.2015 | E-Commerce

Das bringt Käufer dazu, Lebensmittel online zu bestellen

Gerade frische Produkte kaufen Deutsche im stationären Supermarkt.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Der Onlinehandel mit Lebensmitteln kommt in Deutschland weiterhin schwer in die Gänge. Dabei sind Verbraucher nicht grundsätzlich abgeneigt, sagt eine Umfrage von Yahoo. Ihnen fehle lediglich das Einkaufserlebnis.

Viele Deutsche kaufen Lebensmittel nach wie vor im stationären Supermarkt. Zwar bieten mehrere Einzelhandelsketten Online-Bestell- und Lieferdienste an, allerdings vermissen Verbraucher dabei im Vergleich zum Onlineshopping anderer Produkte vor allem eines: Das Einkaufserlebnis. So wird der Lebensmittelhandel seine Anteile am gesamten E-Commerce nur langsam steigern können.

Für die länderübergreifende Umfrage "Der Lebensmitteleinkauf über verschiedene Kanäle", für die mehr als 3.000 Verbraucher in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien befragt wurden, hat ergeben: Insgesamt kauft rund die Hälfte Lebensmittel im Internet, Deutsche sind jedoch deutlich zurückhaltender, wenn es um den Kauf frischer Produkte geht.

Das zeigt sich etwa bei Obst und Gemüse: Nur 30 Prozent der Deutschen bestellen Äpfel oder Kohl im Internet. In Großbritannien, Frankreich und Spanien sind es immerhin bereits 40 Prozent. Grund: Drei Viertel der Befragten wollen Waren vor dem Kauf physisch vor Augen haben und berühren (77 Prozent). 44 Prozent warten ungern auf eine Lieferung und 29 Prozent sind die Lieferkosten bislang noch zu hoch.

Ein Teil der bisherigen Online-Verweigerer ließe sich dazu bewegen, im Internet einzukaufen, wenn die Ware kostenlos geliefert (37 Prozent) und pünktlich eintreffen würde (22 Prozent). Für knapp ein Drittel müssten die Produkte frisch, für ein Viertel von hoher Qualität sein. Und jeder Vierte würde Lebensmittel online bestellen, wenn Händler im Netz Rabatte anböten.

Seltener als andere nutzen Deutsche außerdem Einkaufs-Apps. Nicht einmal jeder Achte, der über ein mobiles Gerät bestellt, erledigt dies per App. Vor allem Spanier (34 Prozent) sind hier deutlich aufgeschlossener. Dabei sind die Deutschen nicht grundsätzlich unwillig, denn sie suchen bereits mobil nach Produktinformationen (40 Prozent), vergleichen Preise (34 Prozent) oder scannen QR-Codes auf Verpackungen (33 Prozent). Smartphones sind also eine Chance für den stationären Handel.

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Schlagworte zum Thema:  Vertrieb, E-Commerce, Kundenservice, Kaufverhalten, Versandhandel, Handel

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