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Cross Channel: Einzelhändler rüsten online weiter auf

Online reservieren, im Laden ansehen und kaufen: Immer mehr Händler bieten ihren Kunden diesen Service.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Locafox hat die 100 umsatzstärksten deutschen Einzelhändler unter die Lupe genommen und untersucht, wie präsent sie im Internet sind. Ergebnis: Sie rüsten weiter auf und arbeiten am Thema Cross Channel.

Im Februar 2015 führte Locafox die Untersuchung zum ersten Mal durch. Damals stand fest: Es besteht noch viel Nachholbedarf im Bespielen der digitalen Kanäle. Seitdem hat sich jedoch einiges geändert. Hier einige Zahlen: 73 Prozent der stationären Händler führen inzwischen einen Onlineshop. 2015 waren es erst 60 Prozent. 87 Prozent der Einzelhändler haben ihre Website mobil-optimiert, im letzten Jahr lag der Anteil noch bei 61 Prozent und 53 Prozent stellen ihren Kunden Informationen über eine App bereit. Hier ist der Anteil um lediglich zwei Prozentpunkte gestiegen. 83 Prozent der 100 umsatzstärksten Händler verfügen über eine eigene Facebook-Seite, 2015 waren es 75 Prozent.

Und auch sonst hat sich einiges getan: Signifikante Zuwächse konnten beispielsweise auch im Bereich Buy & Collect gemessen werden. 43 Prozent der Einzelhändler bieten ihren Kunden die Möglichkeit, online zu kaufen und in der Filiale abzuholen, 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei 14 Prozent ist es möglich, ein Produkt unverbindlich zu reservieren und im Geschäft zu bezahlen (Reserve & Collect).

Cross Channel: Es gibt noch viel zu tun

Dennoch geht da noch mehr. Ein Beispiel dafür ist der Modehandel. Kundenfreundliche Funktionen wie die Anzeige der Verfügbarkeit im Geschäft werden nur dann angezeigt, wenn vorher ein Standort ausgewählt wurde. Auch die Möglichkeit, einen Artikel zur Abholung zu reservieren, wird von vielen Anbietern nicht ausreichend kommuniziert. Für Kunden sind die Funktionen daher oft schwer auffindbar. Die Studienautoren gehen jedoch davon aus, dass in nächster Zeit auch hieran gearbeitet werden wird. Sie raten insbesondere kleinen und mittelgroßen Unternehmen, von den großen Playern zu lernen, sich Funktionen abzuschauen, um nicht den Anschluss zu verlieren.

Die Untersuchung liefert zudem Informationen über das Einkaufsverhalten der Kunden. So kaufen 14 Prozent der Deutschen inzwischen durchschnittlich einmal in der Woche online ein. 27 Prozent der Smartphone-Nutzer besuchen innerhalb von drei Monaten mindestens einmal eine mobile Händlerwebsite, 50 Prozent der mobilen Kunden suchen nach einer Google-Recherche binnen eines Tages ein Geschäft in ihrer Nähe auf. Deutlich mehr als die Hälfte (57 Prozent) nutzt das Smartphone auch dazu, um das gesuchte Produkt zu kaufen.

Die Verbindung von On- und Offline-Services wird von den Kunden gerne und oft angenommen. 81 Prozent empfinden es als angenehm, die Verfügbarkeit von Produkten im Laden online ansehen zu können, 64 Prozent begrüßen die Möglichkeit, ein im Internet bestelltes Produkt im Laden abholen zu können.

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