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China ist attraktivster Wachstumsmarkt für Online-Händler

Dem E-Commerce in China werden gute Aussichten prognostiziert.
Bild: Haufe Online Redaktion

164 Millionen Online-Shopper machen China zum attraktivsten Wachstumsmarkt für den E-Commerce. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Brasilien und Russland. Zu diesem Ergebnis kommt der „Retail E-Commerce-Index“ von A.T. Kearney, der aufstrebende Volkswirtschaften untersuchte.

Eine Expansion lohnt sich im Bereich E-Commerce deshalb, weil es die Möglichkeit bietet, in einem Wachstumsmarkt Fuß zu fassen, ohne stationäre Filialen zu eröffnen; Investition und Risiken bleiben so vergleichsweise gering. Erfolgreich sind die Händler, die Geschäftsmodell und Modalitäten genau auf dem lokalen Markt zuschneiden und die inländische Konkurrenz dabei nicht unterschätzen. Die Unternehmensberatung A.T. Kearney hat das Potenzial von insgesamt 30 aufstrebenden Volkswirtschaften analysiert. Stagnierende Wachstumsraten in den etablierten europäischen und nordamerikanischen Märkten lassen Händler nach neuen Absatzmärkten greifen. 

Umsatzsteigerungen von 29 Prozent erwartet

In China werden aktuell 23 Milliarden US-Dollar online umgesetzt. Mit 513 Millionen Internetnutzern ist das Potenzial enorm. Im Vergleich: Laut Bundesverband des Versandhandels wurden in Deutschland im vergangenen Jahr 26,3 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Für die nächsten Jahre werden im Land der Mitte jedoch Umsatzsteigerungen von 29 Prozent erwartet. Dann würde der Markt ein Volumen von 81 Milliarden US-Dollar erreichen und weltweit zweitgrößter hinter den Vereinigten Staaten sein. Momentan werde der Internethandel in China durch eine unzureichende Infrastruktur gebremst, die zwischen Stadt und Land noch stark variiere, so Dr. Mirko Warschun, Partner bei A.T. Kearney und Leiter des Beratungsbereichs Konsumgüterindustrie und Handel in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die derzeit beliebtesten Produktkategorien sind Unterhaltungselektronik und Bekleidung. 

Brasilianer bevorzugen bei Bekleidung den stationären Handel

Mit 80 Millionen Internetnutzern und einem Online-Umsatz von 10,6 Milliarden US-Dollar belegt Brasilien Platz eins in Lateinamerika und Platz zwei weltweit. Experten rechnen hier mit einer jährlichen Wachstumsrate von zwölf Prozent in den kommenden fünf Jahren. Am häufigsten online verkauft werden hier Haushaltsgeräte und Unterhaltungsprodukte. Bei Bekleidungsartikeln halten sich die Verbraucher eher zurück, modebewusste brasilianische Käufer schätzen das Einkaufserlebnis, das der stationäre Handel bietet. 

Russland mit größter Online-Bevölkerung in Europa

Russland nimmt im „Retail E-Commerce-Index 2012“ den dritten Rang ein. Mit 60 Millionen Onlinern stellt das Land die größte Online-Bevölkerung Europas, darunter 15 Millionen Online-Shopper. Russen verfügen statistisch über 1,8 Handys pro Bürger und surfen regelmäßig mobil im Internet. Aus dieser Marktdynamik resultiert eine aktuelle Online-Retail-Marktgröße von neun Milliarden US-Dollar. Die erwarteten Wachstumsraten für Russland liegen bei zwölf Prozent jährlich für die nächsten fünf Jahre. Händler, die im russischen Markt erfolgreich sein wollen, müssten zunächst das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen, sagt Warschun. Schwache Verbraucherschutzgesetze stellten derzeit das größte Hemmnis für den Internet-Handel dar.

Für den internationalen Erfolg von E-Commerce-Aktivitäten sei es wichtig, Internetauftritt, Zahlungsmethoden, Versandoptionen und Geschäftsmodell auf den jeweiligen Markt zuzuschneiden, erläutert Warschun die kritischen Erfolgsfaktoren. In Märkten, in denen die logistische Infrastruktur eine Herausforderung darstelle, müssten Händler den Verbrauchern außerdem Transparenz bezüglich Versandfristen bieten und diese entsprechend einhalten.

Schlagworte zum Thema:  Handel, E-Commerce, Vertrieb

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