17.02.2012 | Vertrieb

B2B-Versandhandel: Von Rezession keine Spur

„Von Rezession ist keine Spur zu sehen“ mit diesen Worten brachte Dr. Carsten Uthoff, Vorstandsvorsitzender der Creditreform AG am Dienstag die Ergebnisse der Studie „Die Wirtschaftslage im B2B-Versandhandel“ auf den Punkt. 2011 war das zweite sehr gute Jahr für die B2B-Versender in Folge.

Sowohl beim Umsatz als auch beim Ertrag und der Anzahl der Beschäftigten konnte der B2B-Versandhandel im vergangenen Jahr zulegen. Für 2012 sind die Erwartungen zwar verhaltener, aber ein Abrutschen wird nicht befürchtet.

Für 2011 meldeten 48,7 Prozent der befragten B2B-Versandhändler einen Auftragszuwachs. Bereits im Jahr zuvor hatten die Auftragseingänge um 54,4 Prozent zugelegt. Das schlägt sich auch in den Umsätzen der B2B-Versender nieder: Mehr als die Hälfte der Unternehmen (56 Prozent) verzeichnete Umsatzsteigerungen gegenüber 2010. Damit habe die Branche die Verluste aus der Krise zuvor wieder kompensiert, so Uthoff. Das jährliche Umsatzvolumen im B2B-Versandhandelsmarkt wird auf 7,2 Milliarden Euro geschätzt.

Bei den Erträgen ist die Lage insgesamt stabil, negative Tendenzen sind aber erkennbar. Ebenso wie im Jahr zuvor konnten 45,6 Prozent der Befragten ihre Gewinne erhöhen. Allerdings stieg andererseits die Zahl der B2B-Versender, die Ertragseinbußen hinnehmen mussten, um 10 Prozentpunkte auf knapp 30 Prozent. Auch der Anteil der Unternehmen mit gleich bleibenden Erträgen ist um fünf Prozentpunkte rückläufig.

Verhaltener Optimismus für 2012

Die bisher gute Auftragslage hat sich auch im Personalbedarf niedergeschlagen. 40,8 Prozent der befragten Unternehmen beschäftigen heute mehr Mitarbeiter als vor einem Jahr. Doch das könnte sich bald ändern: Der Studie zufolge plant etwa nur noch jedes fünfte Unternehmen in diesem Jahr weiteres Personal einzustellen, jeder zehnte B2B-Versandhändler will sogar Arbeitsplätze abbauen.

Für die kommenden sechs Monate sind die Erwartungen gedämpft. Aktuell rechnen nur noch 41,2 Prozent der Befragten mit einer guten oder sehr guten Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten. Im Vorjahr war noch mehr als jeder Zweite optimistisch. Der Anteil der Pessimisten hat sich mehr als vervierfacht – von 0,8 Prozent vor Jahresfrist auf nun 3,4 Prozent.

Der B2B-Versandhandel ist dabei weiterhin vom Nebeneinander von E-Commerce und Katalog geprägt. Doch zusätzlich zum Internet setzen B2B-Versender nun auch verstärkt auf Social Media, um Absatzpotenziale auszuloten. Jedes zweite B2B-Versandhandelsunternehmen ist bereits bei Facebook vertreten (50,8 Prozent, Vorjahr 19,2 Prozent). Am Internet führe kein Weg mehr vorbei, kommentierte Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des bvh im Rahmen der Ergebnis-Präsentation am 14.02. in Berlin. Die Studie „Die Wirtschaftslage im B2B-Versandhandel“ ist das Ergebnis eine Kooperation des bvh und der Creditreform Wirtschaftsforschung. Es ist die fünfte Auflage der gemeinsamen Analyse. Ein Interview zu Social Media im B2B-Versandhandel mit Christoph Wenk-Fischer finden Sie hier.

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