15.05.2014 | Automobilwirtschaft

Bedeutung des Internet beim Autokauf nimmt weltweit zu

Nicht nur die Genration Y wünscht sich das vernetzte Auto.
Bild: Haufe Online Redaktion

Der örtliche Händler wird beim Autokauf zwar noch immer von der Hälfte der Autokäufer zu Rate gezogen, ebenso wichtig scheint inzwischen aber das Internet zu sein. Weltweit gehen einer Studie des Beraters Capgemini zufolge 97 Prozent online, um sich über Ausstattung und Nutzerzufriedenheit zu informieren. 

Die 15. Ausgabe der Studie „Cars Online“ zeigt, dass sich die Automobilbranche im Wandel befindet. Zwar bleibt für mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) der örtliche Händler weiterhin die zentrale Informationsquelle, weltweit nutzen inzwischen aber 97 Prozent der Verbraucher das Web, um sich über Fahrzeugausstattung, Nutzerzufriedenheit und Bewertungen zu informieren.

Außerdem im Kommen: Connected Car und damit verknüpfte Dienste. Insbesondere für junge Käufer – die Generation Y- sowie Kunden in Wachstumsmärkten ist die neue Technik ein wichtiger Faktor. 70 Prozent der deutschen Kunden (weltweit: 79 Prozent) sagen, dass sie ein Auto mit der richtigen Kombination vernetzter Features und Dienste kaufen würden. In dieser Käufergruppe zwischen 18 und 34 Jahren würde sogar die Hälfte auch den Kauf im Internet abschließen. Insgesamt liegt dieser Wert mit 44 Prozent noch etwas niedriger, wenn auch bereits erstaunlich hoch.

Offener als der weltweite Durchschnitt zeigen sich auch die Wachstumsmärkte: Während dort im Schnitt etwas mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Käufer zum Online-Kauf bereit wären, sind es in den reiferen Märkten etwa 37 Prozent. Im Vergleich zur Vorjahresstudie weisen die Industrieländer den höchsten Akzeptanzzuwachs auf (Vorjahr: 31 Prozent). Der vernetzte Kunde vertraue dem Online-Kauf immer mehr, sagt Markus Winkler, Leiter des Automobilbereichs bei Capgemini Consulting. Die Branche könne die große Zahl der Käufer, die eine Digitalisierung des Kaufprozesses befürworten, nicht mehr ignorieren.

Haptische Erlebnisse müssen sein
So ganz ohne stationären Handel soll der Kauf aber zumindest noch nicht ablaufen. Die zwei häufig genannten Faktoren, die den Online-Kauf wahrscheinlicher machen, sind die Möglichkeit, das Auto an einem selbst bestimmten Ort Probe zu fahren, es zu sehen, zu berühren und darin zu sitzen. Haptische Erfahrungen, die das Internet nicht ersetzen kann.

Weltweit benutzt die große Mehrheit der Kunden (83 Prozent) Social Media zur Recherchezwecken. Bei der Generation Y sind es bereits 91 Prozent. Dreiviertel lassen sich durch positive Kommentare beeinflussen (Deutschland: 59 Prozent). Außerdem wünscht sich die Mehrheit (85 Prozent) über diesen Kanal außerdem eine direkte Interaktion mit Herstellern und Händlern.

Auch im Fahrzeug wünschen sich immer mehr Autofahren elektronische Kommunikationsmöglichkeiten. Gefragt sind Dienste rund um die Themen Sicherheit und Fahrerlebnis (83 Prozent), Vehicle-Management (79 Prozent) und Kundenservice-Dienstleistungen in Echtzeit (74 Prozent). Angesichts der Vorteile, sind weltweit 82 Prozent der Fahrer (Deutschland: 62 Prozent) bereit, fahrzeugvernetzte Daten zu teilen. Dies ist der Beginn des Einzugs von Big Data ins Automobil.

Für die Studie wurden mehr als 10.000 Personen in Deutschland, Brasilien, China, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Russland, Südkorea und den USA befragt. 

Schlagworte zum Thema:  Vertrieb, Handel, E-Commerce, Social Media, Big Data, Online-Marketing

Aktuell

Meistgelesen