28.10.2015 | Marketing

Unternehmen bezahlen zu viel für Marketingleistungen

Marketingabteilungen verpulvern ihr Geld.
Bild: Margot Kessler ⁄

Zu viel geben Unternehmen für Marketingleistungen aus, weil sie beim Einkauf zu unstrukturiert vorgehen. Dieses Ergebnis liefert eine Umfrage von Inverto. Hintergrund: Knapp die Hälfte der Marketingverantwortlichen nutzt keine Kennzahlen zu Leistungsbewertung und Erfolgsmessung.

Nur die Hälfte des potenziellen Einsparpotenzials realisieren Unternehmen aufgrund dieses Vorgehens. Der Studie des Beratungsunternehmens zufolge kooperieren inzwischen weniger Marketing-Abteilungen mit dem Einkauf als dies früher der Fall war. Damit und durch die Nutzung von Kennzahlen könnten Einsparungen in Höhe von zwölf Prozent erzielt werden (gemäß des von Inverto ermittelten, branchenübergreifenden Benchmarks), stattdessen sind es nur durchschnittlich 5,6 Prozent.

Der größte Anteil der Marketing-Budgets geht in Agenturleistungen (23 Prozent), 19 Prozent fließen in Media-Ausgaben, 17 Prozent in Druckerzeugnisse. Mit rund zehn Prozent hat das Online-Marketing noch einen relativ kleinen Anteil am Gesamtbudget, liegt jedoch bei den Media-Ausgaben auf Platz zwei.

Marketing arbeitet auf eigene Faust

Gerade beim größten Posten, den Ausgaben für Agenturleistungen, kooperiert nur jeder zweite Befragte mit dem Einkauf. Insgesamt geben 74 Prozent an, überhaupt mit dem Einkauf zusammenzuarbeiten. Als „eng“ bezeichnen diese Zusammenarbeit jedoch nur 14 Prozent. 2012 waren es noch 33 Prozent.

Und das kostet. Laut Studie verzichten diese Unternehmen auf Einsparpotenzial von neun Prozent im Jahr. Dieser Wert entstehe, so die Studienautoren, durch eine bessere Spezifikation der Aufträge und nicht nur durch bloßes Verhandeln der Dienstleisterpreise.

47 Prozent der Marketingentscheider geben mehr aus als nötig, weil sie weder strategisch noch kennzahlengestützt vorgehen. Gut die Hälfte sagt dazu, dass die Unternehmensführung keine Einkaufskennzahlen aus dem Marketing verlange. Als Folge daraus, überschreiten 19 Prozent der Befragten ihre Budgets. Zu viel wird beispielsweise für den Bereich Media-Sales ausgegeben. So erzielen nur acht Prozent der untersuchten Unternehmen beim Kauf von Online-Werbeschaltungen den höchstmöglichen Rabatt von 50 Prozent. Bei TV-Werbung erreichen immerhin 20 Prozent die Höchstmarke (40 Prozent Rabatt).

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Schlagworte zum Thema:  Marketing, Unternehmen

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