Sich berieseln lassen: Das Fernsehen dient den Digital Natives zur Unterhaltung. Bild: Joujou ⁄

Wie konsumieren Digital Natives Bewegtbildunterhaltung? Dieser Frage ist Mediaplus Strategic Insights nachgegangen. Das Ergebnis: Es kommt ganz auf die Situation an. Und Kannibalisierungseffekte gibt es keine.

In der Grundlagenstudie wurde die Rolle des linearen Fernsehens mit Subscripted Video-on-Demand-Angeboten (SVoD) und illegalen Streaming-Portalen verglichen. Digital Natives sind in dieser Hinsicht eine besonders wichtige Zielgruppe: Sie sind intensive Mediennutzer und aus ihrem Verhalten lassen sich Prognosen für zukünftige Entwicklungen ableiten. An der Studie haben 1.500 junge Menschen teilgenommen.

Bewegtbild: TV wird weiter genutzt

Lineares Fernsehen wird trotz Online-Angeboten demnach von 80 Prozent weiterhin genutzt. In der Studie wird dies damit erklärt, dass mit den verschiedenen Kanälen unterschiedliche Nutzungsmotivationen verbunden sind. So dient das klassische Fernsehen vor allem zur Berieselung nebenher oder zur Unterhaltung am Abend. SVoD hingegen wird für spezifischen Content sowie Binge-Watching, sogenanntes Komaglotzen, genutzt. Illegale Inhalte schaut sich die Mehrheit (63 Prozent) selten an. Wenn, dann geht es darum, ohne Aufwand aktuelle Filme sehen zu können. 74 Prozent gehen indessen alle zwei bis drei Monate ins Kino, der besseren Bildqualität wegen.

Auf Basis der Studienergebnisse wurden unter anderem zwei charakteristische und zugleich extreme Typen (Personas) entwickelt: Bewegtbild-Heavy-User und Streaming Nerds. Über die Hälfte der Digital Natives (55 Prozent) gehören zur ersten Kategorie. Sie suchen je nach Anlass den passenden Kanal aus: Bei Video-on-Demand schätzen sie die hochwertigen Serien, während sie das klassische TV gerne nebenher laufen lassen. Geht es um ein echtes Filmerlebnis, ist das Kino angesagt. Interessant dabei: Die bei Werbetreibenden gefürchteten Kannibalisierungseffekte finden dabei kaum statt. Nur fünf Prozent sind reine Streamer (Streaming-Nerds), für die lineares TV oder das Kino keine Rolle spielt.

Schlagworte zum Thema:  Bewegtbild, Mediennutzung, Werbung, Marketing

Aktuell
Meistgelesen