Die Sorgen und Vorbehalte der Verbraucher werden die Digitalisierung nicht aufhalten, aber Unternehmen müssen die Vorbehalte aktiv angehen - und mit entsprechender, relevanter Kommunikation reagieren. Bild: Corbis

Getrieben durch neue Entwicklungen wie Virtual Reality oder Internet der Dinge verschmelzen Online und Offline immer stärker - und stellen das Marketing vor große Herausforderungen. Potenzielle Kunden werden nicht zielgerichtet angesprochen, kostspielige Marketingmaßnahmen verpuffen, so eine aktuelle Studie.

Schon heute verändert die Digitalisierung die Lebenswirklichkeit der Menschen in Deutschland und stellt Unternehmen vor immense Herausforderungen. Für Anbieter von Produkten und Dienstleistungen wird es zunehmend komplexer, ihre Zielgruppen erfolgreich zu erreichen.  Potenzielle Kunden werden dadurch von Unternehmen häufig nicht zielgerichtet angesprochen, kostspielige Marketingmaßnahmen verpuffen.

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Digital innovation: surviving the next wave of change“ des internationalen Marktforschungs- und Beratungsinstituts Yougov.

Multichannel: Auf diesen Kanälen erreichen Sie Ihre Zielgruppe

Wie die Studie zeigt, spielen Early Adopter in der Kommunikationsstrategie eine besondere Rolle als Multiplikatoren und sollten deshalb gezielt angesprochen werden. Doch diese erreiche man keineswegs nur online: So suchen 43 Prozent der besonders internetaffinen Early Adopter häufig nach Produkten oder Dienstleistungen auf ihrem Smartphone, nachdem diese auf einem Werbeplakat sehen. „Viele Unternehmen machen den Fehler, das Internet nur als einen unabhängigen, separaten Kanal zu sehen. Dabei ändert sich durch die Digitalisierung die gesamte Lebenswirklichkeit der Konsumenten und damit nicht nur die Kommunikation, sondern auch der Bedarf der potentiellen Kunden“, so Markus Braun, Head of Business Unit Reports bei Yougov. Eine zielgerichtete Multichannel-Strategie, die sich an den Bedürfnissen und am Verhalten der Kunden ausrichtet, sei daher unerlässlich. Auf welche Kanäle man bei dieser Strategie den Fokus legen soll, kommt letztlich auf die konkrete Zielgruppe an. Diese gilt es, sich ganz genau anzuschauen, was in vielen Fällen jedoch noch nicht in ausreichendem Maße geschieht.

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Aber auch andere Zielgruppen werden erst besonders effektiv durch die richtige Kombination von Kommunikationsmaßnahmen erreicht. Die Art des zu wählenden Kanals ist je nach Alter unterschiedlich. So sind zum Beispiel Werbeplakate im Vergleich zu anderen Kanälen bei Millennials besonders erfolgreich. Jeder Fünfte (21 Prozent) in dieser Zielgruppe sagt, dass er hierüber erreicht wird. Das Radio liegt hingegen mit 29 Prozent bei den 35- bis 54-Jährigen vorn, Werbung im TV (52 Prozent), in Zeitungen (33 Prozent) oder persönlich adressierte Werbung per Post (37 Prozent) bei den Älteren (55+ Jahre).

Relevanz ist der Schlüssel zum Erfolg beim Kunden

Damit die Digitalisierung für Unternehmen nicht zum Todesurteil wird, müssen sie ihre Zielgruppe detailliert analysieren, Produkte zielgerichtet entwickeln und die Kommunikation entsprechend ausrichten. Vor dem Hintergrund der Weiterentwicklung künstlicher Intelligenz und den damit verbundenen persönlichen digitalen Assistenten wie Siri, Amazon Echo oder Cortana wird eines immer wichtiger: Diesen Systemen wird mit zunehmender Verbreitung die Aufgabe von „Gatekeepern“ zukommen, die Informationen für den Konsumenten vorselektieren. Relevanz wird daher  immer mehr zum Schlüssel für den Erolg.

Viele Verbraucher sind skeptisch

Gleichwohl zeigen sich nicht unerhebliche Vorbehalte auf Seiten der Verbraucher: So glauben 74 Prozent der Deutschen, man müsse aufpassen, dass künstliche Intelligenz nicht außer Kontrolle gerate. „Die Sorgen und Vorbehalte müssen ernst genommen werden. Sie werden den Trend der Digitalisierung zwar nicht aufhalten, aber beeinflussen“, so Yougov-Experte  Braun. Es sei Aufgabe dern Unternehmen, die Vorbehalte aktiv anzugehen und mit entsprechender, relevanter Kommunikation zu reagieren. "Hier werden noch immer große Fehler gemacht. Der Erfolg von Adblockern ist beispielsweise ein Zeichen dafür“, so Braun.

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Für die Studie wurde auf die 100.000 Datenpunkte umfassende Yougov-Datenbank zugegriffen, für die im Jahresverlauf 60.000 Deutsche kontinuierlich repräsentativ befragt werden. Die intelligente Vernetzung der Daten ermöglicht eine besonders detaillierte Analyse des Konsumentenverhaltens.

Der vollständige YouGov Report „Digitale Innovation“ kann unter folgendem Link kostenfrei heruntergeladen werden: http://yougov.de/digitalization

Schlagworte zum Thema:  Customer Journey, Digitalisierung, Multichannel

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