Gerade jüngere Konsumenten folgen Influencern und lassen sich gerne Produkte empfehlen. Bild: Otto GmbH & Co KG

Als eine Art Erweiterung des klassischen Empfehlungsmarketings ist Influencer Marketing eine Werbeform, mit der insbesondere junge Konsumenten erreicht werden. Zwei Experten erklären, wie sich die Zusammenarbeit mit Markenbotschaftern 2018 weiterentwickelt.

Teure Testimonial-Anzeigen haben an Glanz verloren und auch über groß angelegte Kooperationen mit bekannten Influencern denkt manch ein Marketer inzwischen kritisch. Ihr Erfolg misst sich nicht mehr zwangsläufig an der Anzahl der Follower und Wertigkeit der bezahlten Kooperationen, sondern an der Glaubwürdigkeit der Weiterempfehlungen. Auch im kommenden Jahr wird der Boom auf Influencer Relations branchenübergreifend weiterwachsen.

Jen Rode, Marketing-Experte und CEO des Fullservice-Anbieters für digitale Empfehlungskampagnen bei Tellja und David Neuendorf, Influencer-Marketing-Experte der Branding-Plattform Like Yaa, erklären die wichtigsten Trends des kommenden Jahres.

Micro-Influencer auf der Überholspur: Markenbotschafter mit einer sehr großen Reichweite werden zu menschlichen Werbebannern und verlieren dadurch ihre Glaubwürdigkeit. Gleichzeitig schnellen die Preise dieser Influencer-Stars weiter exorbitant in die Höhe. Die dafür nötigen Marketingbudgets werden im nächsten Jahr jedoch auf den Prüfstand gestellt.
Influencer mit kleinen und mittleren Reichweiten haben in Verhandlungen bisher zwar noch das Nachsehen, können aber durch ihre wesentlich engere Beziehung zu Followern und Fans punkten. Diese Authentizität wird für Marketing-Entscheider interessanter: Mehr als 90 Prozent der Beiträge werden mittlerweile von Influencern mit weniger als einer Million Followern gemacht. Anfang 2016 lag diese Zahl noch bei rund 60 Prozent. Waren Kunden bisher zum Beispiel mit zwei Influencern mit je zwei Millionen Followern zufrieden, suchen sie für ihre Branding-Kampagnen jetzt knapp 20-30 Influencer aus dem Micro-Bereich.

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Influencer Marketing wird optimiert

Authentizität durch Influencer Branding: Drei Viertel der Marketing-Entscheider sehen Influencer Marketing auf strategischer Ebene und als Zugkraft für Wachstum und Kundenbindung. Allerdings haben nur 24 Prozent ein "Always-on-Programm“ und tatsächlich nur fünf Prozent Influencer Marketing in alle Aktivitäten integriert.
Marken, Organisationen und Entscheider verstehen die Möglichkeiten, Influencer zu gewinnen, aber es fehlen möglicherweise die Ressourcen, um sie zu einer übergeordneten Strategie zu machen. Stattdessen arbeiten sie oft entweder als Basisaktion einer Organisation oder als Erweiterung bestehender PR-Bemühungen. Um die Zusammenarbeit von Meinungsführern und Unternehmen optimal zu gestalten und gewinnbringend weiterzuentwickeln, können Branding-Plattformen eine innovative Schnittstelle bieten. Denn anstatt weiterhin auf Reichweite-basierte Matchings zu setzen und Streuverluste hinzunehmen, werden Kooperationen anhand von Werten, die Marke und Influencer verbinden, angebahnt.

Sinnvolles Performance-Monitoring: Mit ansprechenden Blog- und Social-Media-Inhalten bis hin zu aufwendig produzierten Videoinhalten, die Influencer auf ihren Webpräsenzen veröffentlichen, versuchen Entscheider für sich hochwertige Leads zu generieren und den Traffic auf der Unternehmens-Website beziehungsweise im Onlineshop deutlich zu steigern.
Mit dem Gedanken, mit Hilfe der Meinungsführer sofort zu "verkaufen", messen Marketingverantwortliche den Erfolg ihrer Kampagnen immer noch fast ausschließlich in weichen KPI, wie zum Beispiel "Gefällt mir-Angaben" oder der Anzahl der Kommentare oder Shares zu den Beiträgen. Das ökonomische Handeln der Unternehmen wird durch emotionale Entscheidungen verdrängt, was eine Gefahr für den Kanal Influencer Marketing ist.
Aufgabe der Unternehmen ist es also, Mechanismen zu finden, um möglichst viele (Mikro-) Influencer instrumentalisieren zu können, ohne einen stark ansteigenden Zeitaufwand zu betreiben. Gleichzeitig muss die Bezahlung der Influencer ökonomisch-intelligent stattfinden und das funktioniert nur Performance-basiert.

So geht Influencer Marketing: Was Sie tun und was Sie lassen sollten

Schlagworte zum Thema:  Online-Marketing, Kundenbindung, Kundengewinnung, Social Media

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