23.08.2016 | Aufgesang-Studie

Wie SEO Adwords den Rang abläuft

Adwords wird für Online-Shops immer unwichtiger.
Bild: Aufgesang

In einer großangelegten E-Commerce-Studie hat Aufgesang die Bedeutung und Entwicklung der Google-Suche für fast 200 deutsche Online-Shops unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse lesen sich wie ein Adwords-Abgesang für den E-Commerce. Aber woran liegt das?

Betrachtet man ganz nüchtern die Zahlen der Studie, ist die Sache eindeutig: Betrug 2014 der Suchmaschinentraffic-Anteil von Adwords 9,3 Prozent, lag er 2015 bei 7,47 Prozent und nun - 2016 - ist er auf 5,03 Prozent geschrumpft. Die Frage, die diese Zahlen ganz unverhohlen in den Raum werfen: Sind die Abermillionen, die deutsche Online-Shops jährlich in Google Adwords (Google Adwords (Suchmaschinenwerbung) schnell erklärt) stecken noch gerechtfertigt oder wären sie besser im Bereich Suchmaschinenoptimierung angelegt, der immerhin 85 Prozent der Zugriffe durch Google zu verantworten hat und dessen Entwicklung eindeutig positiv ist?

Bild: Aufgesang

Dabei hat sich die Bedeutung von Google insgesamt verstärkt. Mit rund 45 Prozent Anteil am Gesamttraffic ist die Suchmaschine nicht nur der größte Besucherlieferant, sondern hat im vergangen Jahr weiter zugelegt. Auch die zweite große Säule der Online-Shops - die Direktaufrufe - kommen mittlerweile auf knapp 40 Prozent Trafficanteil und weisen eine positive Entwicklung auf.

Diese Entwicklung geht die Lasten aller anderen Kanäle. Displaywerbung, Referral, Mail, ja sogar Social Media müssen teils deutliche Einbußen hinnehmen.

Bild: Aufgesang

In welchen Branchen ist Adwords noch wirksam?

Zwar ist der generelle Trend des Bedeutungsabschwungs von Adwords laut der Studie ein Fakt, aber nicht alle Branchen sind dadurch gleichmäßig betroffen. So nimmt die Sichtbarkeit im Paid-Bereich für die Medien- als auch die Büroausstattungsbranche stark zu - eine Ausnahme.

Bei der gesamten Sichtbarkeit im Adwords-Bereich liegen die Bereiche Auto- und Motorrad-Zubehör, Kleidung sowie Komplettsortiment auf den vordersten Plätzen. Hier scheint am meisten Geld in Adwords investiert zu werden.

Den höchsten Traffic-Anteil über Adwords können die Branchen Arzneimittel, Auto- und Motorrad-Zubehör sowie Büroaustattung erreichen. Knapp sieben Prozent aller Besucher kommen hier über Adwords.

Wie zeigt sich der Abwärtstrend?

Offensichtlich ist, dass der Trafficverlust größer als der Sichtbarkeitsverlust ist. Das heißt, dass Unternehmen (genauer gesagt die 197 größten deutschen Online-Shops) zwar etwas weniger in Adwords investieren, aber der daraus entstandene Trafficverlust weitaus stärker ausgefallen ist. Die Diskrepanz dürfte sogar noch größer sein, als die Studie vermuten lässt, da in die Berechnung der Paid Visibility nicht Googles Shoppinganzeigen mit eingeflossen sind.

Die Adwords-Anzeigen sind also in der Trafficgenerierung weniger erfolgreich gewesen. Vielleicht als erste Konsequenz daraus sinken deswegen auch die Adwords-Budgets und damit auch die Sichtbarkeit in diesem Bereich. Zur Erinnerung: Bereits die letzten beiden Studien aus den vergangenen zwei Jahren zeigten diese Entwicklung. Es ist also nicht auszuschließen, dass die Entwicklung bei den großen deutschen Online-Shops bereits zu einem Umdenken geführt hat. Zwar gibt die Studie natürlich keinen Aufschluss über die Konversionen der Shops, aber es ist doch stark anzunehmen, dass diese mit dem Trafficrückgang geschrumpft sind.

Warum dieser Bedeutungsverlust?

Adwords-Anzeigen scheinen im E-Commerce nicht mehr die Wirkung zu haben, wie noch vor ein paar Jahren. Ein wichtiger Grund ist sicherlich, dass Suchmaschinen-Nutzer immer stärker bewusst wird, welcher Bereich auf die bezahlten Anzeigen und welche auf die organischen Ergebnisse entfällt. Andere Studien zeigen das ganz deutlich.

Hier wird wohl der Grund darin liegen, dass Ergebnisse, die mit Suchmaschinenoptimierung erreicht werden besser performen als die, die mit Suchmaschinenwerbung erreicht werden. Die Qualität der natürlichen Ergebnisse nimmt stetig zu, der Algorithmus von Google leistet ganze Arbeit. Und der Nutzer hat viel mehr das Gefühl, die Kontrolle zu behalten und die Ergebnisse zu bekommen, welche er mit seiner Suchanfrage finden wollte.

Wenn diese Entwicklung in dieser Form weiter geht, dann muss sich auch Google Gedanken darüber machen, wie man künftig weiter wachsen will.

Weitere Erkenntnisse der Studie im Überblick

  • Facebook ist der mit Abstand wichtigste Social-Media-Kanal für Online-Shops. Die Führung konnte Facebook dieses Jahr sogar noch weiter ausbauen. Zwar konnte insgesamt bei Social Media der Traffic nicht gesteigert werden, die Sichtbarkeit allerdings schon. Bemerkenswert ist auch der stark gestiegene Anteil an Besuchern über Pinterest.

Hier geht es zur kompletten Studie.

Bild: Aufgesang
Quellen:

Aufgesang

 

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Schlagworte zum Thema:  Content Marketing, Google, Google Adwords, Suchmaschinenoptimierung

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