08.04.2016 | Datenschutz

Apple vs. Facebook: Die Whatsapp-Verschlüsselung wird überbewertet

Die Whatsapp-Verschlüsselung ist etwas, das gut und wichtig ist, aber nicht bahnbrechend.
Bild: Corbis

Nach der Verkündigung, dass Whatsapp von nun an eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung garantiert, wurde der Facebook-Service groß gefeiert - manch einer erklärte sogar, dass Apples aktueller Streit mit den US-Bundesbehörden nichts im Vergleich wäre. Aber stimmt das wirklich? 

Eines vorweg: sowohl Facebook als auch Apple bewegen keine altruistischen Gründe, sich für den Datenschutz ihrer Nutzer einzusetzen. In beiden Fällen geht es um eine öffentlichkeitswirksame Aktion, um die Kundenbindung und vor allem das Kundenvertrauen zu stärken. Denn unzufriedene Kunden wirken sich in den Nutzerzahlen aus. So weit so gut, das ist erst einmal nichts Schlechtes, ganz im Gegenteil. Doch die Risiken sind in den beiden Fällen unterschiedlich gewichtet.

Apples vs. US-Behörden

Apples Auseinandersetzung mit den US-Behörden kommt knapp zwei Jahre, nachdem Microsoft ähnliche Probleme in anderer Form hatte. Während Apple dazu aufgefordert wurde, eine Verschlüsselungssoftware auf einem iPhone eines Terroristen zu knacken (sprich, die eigene Schutzsoftware zu sabotieren), um dem Geheimdienst Zugriff auf die Daten zu bieten, sollte Microsoft die Daten eines ebenfalls kriminellen Nutzers über Ländergrenzen hinweg (es ging um ein Datenzentrum in Irland) in die USA ausliefern. Beide Unternehmen weigerten sich und musste sich langwierig mit den Bundesbehörden auseinandersetzen, mit dem Risiko, integrale Datenschutzbestimmungen auf Dauer aufzugeben, da der nach den Anschlägen im September 2001 eingeführte "Patriot Act" anscheinend keine Ländergrenzen kennt.

Facebook verschlüsselt die Nachrichten von Milliarden Nutzer

Facebook hat lediglich eine bereits existierende Verschlüsselungssoftware für seinen Whatsapp-Dienst eingeführt. Das wurde zwar kritisiert, stellt aber noch keine direkte Auseinandersetzung mit amerikanischen Behörden dar.

Natürlich sind die Zahlen der Whatsapp-Nutzer im Vergleich mit dem einen iPhone überdimensional. Milliarden an Nutzern können nun Nachrichten austauschen, ohne dass jemand anderes Einblick hat. Allerdings ging es bei dem iPhone-Fall - und auch bei Microsofts-Serverzugängen - um grundlegende Nutzerrechte und die Frage, wie weit die Staatsüberwachung zum Nachteil der Privatsphäre und Persönlichkeitsrechte Einfluss nehmen darf.

Schlagworte zum Thema:  Datenschutz, Facebook, Verschlüsselung

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