Der stationäre Handel muss sich anstrengen, um Kunden nicht an den Onlinehandel zu verlieren. Bild: MEV-Verlag, Germany

Kunden informieren sich im mobilen Web über den stationären Handel – und erwarten dort entsprechende Informationen zu finden. So das Ergebnis von Bonial und Handelsverband Deutschland (HDE). Dabei sind vielen die Infos aus dem Internet wichtiger als die Beratung durch Verkäufer.

Demnach fordern 45 Prozent der Käufer, mehr digitale Informationen über den stationären Handel zur Verfügung gestellt zu bekommen. Genutzt werden sie sowohl für die Kaufvorbereitung als auch während des Einkaufs. Dem Smartphone kommt im stationären Handel deshalb zunehmend eine Schlüsselrolle zu – und zwar über alle Altersgruppen hinweg.

Die Mehrheit der Non-Food-Käufe wird bereits heute im mobilen Web vorbereitet – Tendenz weiter steigend. Produkte und Angebote sollten deshalb unbedingt in mobil-optimierter Form zur Verfügung gestellt werden. Bevorzugt werden dabei interaktive Werbeplattformen, die 34 Prozent der Kunden mindestens einmal pro Monat via App und 27 Prozent über die Website abrufen. Vor allem Preise (86 Prozent) und Verfügbarkeiten (72 Prozent) sollen genannt werden.

Innenstädte werden heute aufgesucht, weil ein bestimmtes Produkt benötigt wird, der klassische Einkaufsbummel wird hingegen seltener. Fast die Hälfte der Kunden besucht stationäre Geschäfte nur noch in den seltensten Fällen der Inspiration wegen. Außerdem steigt beim Innenstadt-Einkauf die Neigung, sich für den Kauf zu informieren und dazu ein mobiles Gerät oder eine App zu nutzen (32 Prozent). Rund drei Viertel der Befragten halten die Informationen aus dem Internet für besser oder das Verkaufspersonal vor Ort für inkompetent (22 Prozent). Um Kunden nicht an den Onlinehandel zu verlieren, bleibt stationären Händlern demnach nichts übrig, als die gewünschten Informationen im Web zur Verfügung zu stellen.

Mobile Marketing: Mehr als ein Nice-to-have

Knapp die Hälfte der Kunden möchte, dass sämtliche Informationen über Geschäfte in der City online verfügbar sind, mehr als die Hälfte würden sich in der Innenstadt gekaufte Waren gerne kostenlos nach Hause liefern lassen. Ebenso viele (52 Prozent) erwarten, dass die Produktverfügbarkeit online erkennbar sein sollte.

Mobile Präsenz und Mobiloptimierung seien weit mehr als ein Nive-to-have, sagt Studienleiter Prof. Dr. Gerrit Heinemann. Darin sieht er den Schlüssel zur Rettung der Innenstädte.

Seine Empfehlungen auf Basis der Studienergebnisse zusammengefasst:

1. Stationäre Händler müssen wesentliche Informationen transparent machen: Sortiment und verfügbare Angebote, Öffnungszeiten und Erreichbarkeiten.

2. Shopper fordern 2017 erstmals "große Auswahl an verfügbaren Waren" von lokalen Händlern ein.

3. Verbraucher wollen Eigenregie: Informationen müssen sofort via Pull zur Verfügung stehen, nicht-personalisierte Push-Angebote können schnell ins Negative umschlagen

4. Drei Viertel der Befragten halten Informationen im Internet für besser und 22 Prozent das Personal vor Ort nicht ausreichend kompetent. Hier besteht Handlungsbedarf, um Kunden nicht aufgrund falscher Annahme an Online-Anbieter zu verlieren!

5. Die Hälfte der Befragten möchte sich nicht verfügbare Waren aus Geschäften der Innenstadt kostenlos nach Hause liefern lassen.

Mehr dazu:

So ähnlich sind sich Online- und Offlinekäufer

Handel adaptiert neue Technologien zu langsam

Schlagworte zum Thema:  Online-Marketing, Mobile Marketing, Kaufverhalten

Aktuell
Meistgelesen