07.05.2015 | Serie The Future of Marketing

Wearables: Sehr nahe am Kunden

Serienelemente
Sieht aus wie eine normale Uhr, ist aber ein Computer.
Bild: Samsung

Mobile Devices haben die Möglichkeiten des Marketing dramatisch erhöht, Wearables könnten die Sache noch ein gutes Stück weitertreiben. Welche Chancen sich bieten – geht man davon aus, dass mehr Menschen den Deal "Daten gegen Dienste" akzeptieren – lesen Sie hier.

In alten Filmen wie zum Beispiel James Bond sind gelegentlich tragbare Geräte wie zum Beispiel Ringe zu sehen, die auf Knopfdruck oder durch Drehen bestimmte Dinge tun oder auslösen. Worüber man damals kurz staunte und dann schmunzelte, ist heute nicht mehr weit von der Realität entfernt. Wear­ables sei Dank.

Unter Wearables versteht man Devices (oder klarer formuliert: Computer), die wie ein Accessoire (oder auch ein Kleidungsstück) direkt am Körper getragen werden. Dieser größte Unterschied zu Smartphones und Tablets erweitert die bisherigen Möglichkeiten: Dadurch, dass echte Daten zum körperlichen Befinden zu den Umgebungsdaten hinzukommen (siehe dazu auch Future of Marketing zum Thema Quantified Self). Und dadurch, dass sich, wie bei Datenbrillen oder eben Ringen, die Nutzungsweise gravierend verändert, zum Beispiel, weil sich das Gerät nicht mehr durch Tippen bedienen lässt oder weil es eine andere Art von Bildschirm gibt.
Neben den der Öffentlichkeit bereits bekannten Devices wie Apple I-Watch, Google Glass oder Samsung Galaxy Gear gibt es auch noch Geräte wie den Ring von Logbar. Noch hat kein Wearable den Durchbruch geschafft, aber das wird vermutlich nicht lange so bleiben. Denn laut Deloitte sind die Geräte "bereits heute marktreif und gut für milliardenschwere Umsätze". Diese sollen, so die Berater, in diesem Jahr weltweit die Summe von drei Milliarden US-Dollar überschreiten. Der Großteil davon wird auf Smart Glasses entfallen – auf bis zu vier Millionen Stück könnte sich der weltweite Verkauf 2014 summieren. Bei den Smart Watches sollen die weltweiten Gesamtumsätze jedoch unter einer Milliarde US-Dollar bleiben. Doch immerhin sechs Prozent der Deutschen wollen 2014 eine solche Uhr kaufen.

Und was hat das alles mit Marketing zu tun? Nun, immer mehr Nutzer haben den Deal "Daten gegen Dienste" verinnerlicht. Und Dienst am Kunden sollte ja das Ziel jedes Unternehmens sein, und damit auch des Marketing. Es ist also am Marketing, aus der Menge unterschiedlichster Daten zu Ort, Zeit, Stimmung, Kaufhistorie etc. pp. so viele relevante Informationen herauszufiltern, dass wirklich neue, werthaltige Angebote daraus abgeleitet werden können, die die Kunden davon über­zeugen, ihre bisherige Privatsphäre weiter zu öffnen.

Theoretisch könnten Unternehmen zum Beispiel heute schon wissen, in welcher Stimmung wo welcher Kauf getätigt wurde und welche Recherchen vorher gelaufen sind. Zeigt ein Fernsehzuschauer zum Beispiel Symptome von Euphorie während einer Fußballübertragung, könnte ihm das Trikot der erfolgreichen Mannschaft zum Kauf angeboten werden. Aber natürlich nur, wenn die Kaufhistorie auf ein gewisses Grundinteresse an Sportklamotten hindeutet. Und das im wahrsten Sinne des Wortes tragbare Device wird auch wissen, wann wir im Urlaub sind und uns in dieser Zeit keine Coupons für den Super­markt um die Ecke anbieten. Aber dafür vielleicht die Route zu einem gut bewerteten Restaurant, weil wir Hungersignale senden und weil wir zu Hause ja auch gerne essen gehen. Die Höhe der Keyword-Gebote für eine entsprechende mobile Suche könnte sich dann danach richten, wie viel Geld wir im Schnitt in einem Restaurant lassen. Damit wären Wearables tatsächlich sehr nahe am Kunden.

Mehr über neue Schnittstellen zwischen Menschen und Maschinen.

Schlagworte zum Thema:  Online-Marketing, Digitalisierung, Dialogmarketing, Mobile Marketing, Big Data, Social Media

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