06.04.2017 | Marketing-Trend

Was Native Advertising ist und worauf es ankommt [Infografik]

Native Advertising ist auf dem Vormarsch.
Bild: Haufe Online Redaktion/Contential

Bei Native Advertising geht es um Werbeinhalte, die genau wie redaktionelle Inhalte funktionieren. Vom Kunden oft nur schwer als Anzeigen zu enttarnen, hat sich Native Advertising schnell zum erfolgreichen Marketinginstrument entwickelt. Doch was ist Native Advertising genau? Warum ist es so beliebt, und wie funktioniert es?

Was genau ist Native Advertising?

Bei Native Advertising handelt es sich um bezahlte Werbemaßnahmen, die hilfreiche und interessante Inhalte zielgerichtet an eine Zielgruppe ausliefern. Native Advertising zeichnet sich dadurch aus, dass der Content in einem vertrauen Umfeld platziert wird und so wie journalistische Inhalte wirkt, denen der Kunde bereits vertraut.

Die Möglichkeiten bei Native Advertising sind groß. Es kann sich um einen gesponsorten Facebook Post genauso wie um ein Google Adwords-Ergebnis oder einen Artikel auf einer Nachrichtenseite handeln. In Deutschland besteht für Native Advertising Kennzeichnungspflicht, etwa durch den Zusatz „bezahlte Anzeige“ oder „Promotion“. Dem Kunden fällt dabei oft nicht auf, dass es sich um Werbung handelt.

Stark verwandt ist Native Advertising mit Content Marketing. Beide teilen dieselbe Prämisse: Überzeuge den Kunden nicht mit einem Werbebanner, sondern mit hilfreichem Content.

Warum ist Native Advertising so beliebt?

Einer neuen Studie zufolge machen die Ausgaben für Native Advertising in diesem Jahr mehr als 50 Prozent des gesamten digitalen Werbemarktes in den USA aus. Auch in Deutschland ist Native Advertising in den letzten Jahren mächtig gewachsen und hat sich zu einem „Big Player“ entwickelt.

Die Vermarktung von Native Ads findet dabei immer häufiger über Programmatic Advertising statt – eine Art automatisiertem Bietsystem für Werbeplätze. Durch die Möglichkeit der Automatisierung ist Native Advertising besonders effektiv und erreicht potenzielle Kunden in genau dem richtigen Moment.

Marketer lieben Native Advertising alleine schon wegen den überzeugenden Zahlen. So fand eine neue Studie kürzlich heraus, dass die Klickrate bei Native Advertising bei über einem Prozent liegt, wohingegen traditionelle Werbebanner nur bei etwa 0,15 Prozent liegen. Glaubt man weiteren Studien, dann sind Native Ads zwar teurer als herkömmliche Digitalwerbung, weist aber auch einen um ein vielfachen besseren ROI (Return of Investment) auf.

Allerdings ist Native Advertising nicht nur unter Marketern beliebt. Auch Verlegern bietet die Werbeform eine Möglichkeit der Monetisierung – eine Option, die Online-Journalismus endlich eine erträgliche Finanzierungsmethode bieten könnte. Darüber hinaus ist Native Advertising beim Kunden nicht unbeliebt, sofern die Inhalte passen. Auch auf die richtige Kennzeichnung wird vor allem in Deutschland wert gelegt.

Die drei wichtigsten Schritte einer Native-Advertising-Kampagne

1. Ziele festlegen

Native Advertising kann viele verschiedene Ziele verfolgen. Am Anfang wurden vor allem Brandingeffekte beschworen, die das Vertrauen in eine Marke steigern können. Allerdings kann Native Advertising auch ganz konkret die Followerzahlen oder die E-Mail-Abonnenten steigern. Selbst für Retargeting-Methoden eignet sich Native Advertising gut, da die richtige Information innerhalb der Customer Journey den Unterschied machen kann. Nicht zuletzt ist Native Advertising auch für SEO-Erfolge wie geschaffen, da die Content-Qualität stimmt.

Klingt wie die eierlegende Wollmilchsau? Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Deswegen sollten die Ziele von Native Advertising vor dem Erstellen der Inhalte und vor allem vor dem Seeding genau festleget werden. Native Advertising kann ganz unterschiedlich umgesetzt werden – das gilt sowohl für den Content, als auch das Werbeumfeld. Entscheidend ist dabei auch die Zielgruppe.

2. Gute Inhalte kreieren

Native-Advertising-Content darf nicht primär auf den Verkauf ausgerichtet sein. Das entspricht der Content-Marketing-Maxime, an die es sich zu halten gilt. Die Inhalte sollen einen Mehrwert bieten oder unterhalten, aber auf jeden Fall Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Wie auch bei Content Marketing gilt es eine gute Balance zu finden zwischen journalistisch hochwertigem Content und einem Markenbezug. Eine unauffällige Call-to-Action an der richtigen Stelle kann Gold wert sein. Verwerten Sie einen Artikel auf verschiedenen Seiten, stellen sie sicher, dass das Original zuerst auf ihrer eigenen Seite zu finden ist. So profitieren Sie noch mehr von den SEO-Effekten, die Native Advertising mit sich bringt.

Ein weiterer positiver Aspekt bei Native Advertising ist, dass Sie guten Content wiederverwenden können. Auch neue Zielgruppen können mit einem älteren Artikel überzeugt werden, sofern die Qualität stimmt.

3. Das richtige Targeting

Native Advertising ist besonders auf sozialen Netzwerken beliebt. Das hat einen simplen Grund: Hier ist besonders viel über eine Person bekannt, was die Targeting-Optionen auf ein neues Level hebt. So können Sie beispielsweise potenzielle Kunden ins Visier nehmen, die ihren bereits existierenden Followern ähnlich sind.

Besonders beliebt: Native Ads den Kunden zu zeigen, die bereits auf Ihrer Website waren. Oder lieber die Einblendung bei Leuten, die nach Empfehlungen für eine Dienstleistung oder ein Produkt suchen? Die Möglichkeiten in der digitalen Welt sind groß wie nie – und die richtige Targeting-Strategie entscheidend. Die richtige Information muss im richtigen Zeitpunkt an den richtigen Kunden ausgespielt werden.

Schlagworte zum Thema:  Native Advertising, Mobile Advertising, Content Marketing

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