29.03.2016 | Interview mit Daniel Holm

"Kombination aus Content und Retargeting ist ‘the next big thing’"

"Die Menschen sind an hochwertigen Inhalten interessiert, die ihnen einen echten Mehrwert bieten."
Bild: Outbrain

Outbrain ist eine der weltweit größten Content-Discovery-Plattformen. Auf Websites liefert Outbrain monatlich mehr als 250 Milliarden Empfehlungen für Inhalte aus. acquisa spricht mit Daniel Holm, Head of Sales DACH Outbrain darüber, was guten Content ausmacht und wie Unternehmen selbst bei dem aktuell herrschenden Informationsüberangebot mit Inhalten punkten können.

acquisa: Herr Holm, Outbrain will den Menschen helfen, relevanten Content zur richtigen Zeit zu finden – sind Content-Websites die besseren Suchmaschinen?

Daniel Holm: Der Schriftsteller E. Stanley Jones sagte einmal: "Das Bewusstsein bestimmt unser Handeln, das Unterbewusstsein unsere Reaktionen. Aber unsere Reaktionen sind genauso wichtig wie unser Handeln." Dieses Zitat fasst die Antwort auf diese Frage sehr schön zusammen. Es ist erwiesen, dass unser Unterbewusstsein 99 Prozent unseres Verhaltens beeinflusst, während unser Bewusstsein lediglich einen Bruchteil unseres täglichen Handelns bestimmt. Worauf ich hinaus will, ist folgender Punkt: Search und Content Discovery werden von zwei sehr unterschiedlichen Verhaltensweisen angetrieben – Absicht und Interesse.

Forschungen haben ergeben, dass Menschen circa 21 Prozent ihrer Online-Zeit damit verbringen, nach interessanten Inhalten zu suchen, während sie circa ein Drittel der Zeit Content konsumieren und neue Dinge entdecken. Das ist eine großartige Chance für Marketer, denn relevanter und gut platzierter Content gibt Brands die Möglichkeit, das Interesse von potentiellen Verbrauchern zu wecken.

acquisa: Was bedeutet das in der Praxis?

Holm: Wenn Marketer ihren Fokus also entweder auf die Suche oder die Content Discovery legen, verschenken Sie wertvolle Möglichkeiten, um mit Verbrauchern in Kontakt zu treten. Zudem bleiben auch die Erkenntnisse, die sie aus den gewonnenen Daten ziehen können, unvollständig. Benutzt ein User also beispielsweise Google ohne etwas Bestimmtes zu suchen, erhält er auch keine Ergebnisse. Die Nutzererfahrung ist schlecht. Die Kombination von Content Discovery, Search und Social versetzt Marketer hingegen in die Lage, einen umfassenden Einblick zu erlangen, was ihre Zielgruppe begeistert. Auf dieser Grundlage können sie relevanten Content erstellen und personalisiert über Plattformen wie unsere ausspielen lassen. Und genau darum geht es beim Content Marketing. Oder anders gesagt: Ein User erwartet unter einem Artikel keinen Suchschlitz, sondern für ihn zugeschnittene, interessante und relevante Inhalte, die er als nächstes lesen könnte.

acquisa: Viele Unternehmen haben guten Content - und es werden immer mehr. Wie schafft man es als Unternehmen, in dieser Informationsflut mit seinen Inhalten zum Nutzer durchzudringen – und von den Nutzern auch wahrgenommen zu werden?

Holm: Man muss sich eines bewusst sein: nur hochwertiger und relevanter Inhalt weckt Interesse. Hier ist es tatsächlich von großer Bedeutung, Content zu erstellen, der genau auf die gewünschte Zielgruppe und deren Bedürfnisse abgestimmt ist.

acquisa: Welche Herausforderungen sind hier im Vorfeld zu meistern?

Holm: Man muss sich genau überlegen, mit welchen Inhalten man zu welcher Zeit und auf welchem Gerät seine Zielgruppe am besten erreicht. Bei der Erstellung des Contents spielen dann vor allem Qualität, Aktualität und Relevanz eine sehr entscheidende Rolle. Denn nur guter Content, wird auch gelesen und erregt Aufmerksamkeit. Zudem läuft keine Kampagne "einfach so viral". Viele Marken betreiben Content Hubs, die jedoch wie "Kathedralen in der Wüste" kaum Reichweite aufweisen und maximal über die organische Facebook-Reichweite bespielt werden. Um zum User wirklich durchzudringen, sollte neben der Content-Kreation mindestens der gleiche Anteil in die Content-Distribution fließen.

acquisa: Was sind Ihre Erfahrungen, welche Art von Content kommt bei den Nutzern wirklich an?

Holm: Es kommt nicht unbedingt auf die Art des Contents an, sondern vor allem auf die Qualität. Die Menschen sind an hochwertigen Inhalten interessiert, die ihnen einen echten Mehrwert bieten, gut recherchiert und vertrauenswürdig sind. Und genau das müssen Brands verinnerlichen und die Erstellung solcher Inhalte zu ihrem obersten Ziel machen. Im Vordergrund sollte hier ganz klar der Mehrwert und die Relevanz der Thematik für den Leser stehen und nicht die Marke selbst.

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Schlagworte zum Thema:  Online-Marketing, Content Marketing, Mediennutzung

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