16.03.2015 | Serie Content Marketing

Was Bill Gates 1996 bereits über Content wusste

Serienelemente
Nur der beste Content setzt sich auch durch.
Bild: Haufe Online Redaktion

 Von Bill Gates stammt der berühmte Satz „Content is King“. Der ehemalige Microsoft-Chef und immer noch reichste Mensch auf der Welt sagte vor über 19 Jahren voraus, in welche Richtung sich Medien und Marketing entwickeln werden. Wir zeichnen nach, was Bill Gates 1996 schon über Content wusste – und was wir daraus heute noch lernen können.

Am 3. März 1996 erschien der Essay von Bill Gates, dessen Titel bereits die wichtigste Aussage enthält – „Content is King“. Bevor wir uns diesem Content-Manifest widmen, muss sich vor Augen geführt werden, wie weit 1996 im digitalen Zeitalter zurückliegt. Google war noch nicht gegründet, Mark Zuckerburg war noch nicht ganz 12 Jahre alt und kurz zuvor hatte das erste Mal ein Computer einen Schachweltmeister besiegt.

 

Content ist King

 

Bill Gates öffnet mit seiner Grundthese

„Content is where I expect much of the real money will be made on the Internet, just as it was in broadcasting.”

 

Sein zentraler Vergleich ist das Fernsehen. Initial profitierten zur Anfangszeit diejenigen, die TV-Geräte herstellten, verkauften und auslieferten. Aber mittlerweile finden sich die größten Profiteure unter denjenigen, die Informationen und Unterhaltung bieten.

Zunächst ist es allerdings nötig, sich vor Augen zu führen, dass im Internet-Zeitalter Content viel breiter gefasst werden muss – für Microsoft sei das ein Stück Software. Seine Einschätzung, dass das auch in Zukunft so sein werde, können wir trotz vieler Hardware-Versuche von Microsoft heute bestätigen.

 

Online-Content ist anders

“But to be successful online, a magazine can’t just take what it has in print and move it to the electronic realm.”

 

Mit diesem Ratschlag an Zeitungen und Verlage führt Bill Gates das Dilemma vor, dessen sich viele Verlage auch heute noch nicht bewusst genug sind. Print-Content ist kein Online-Content – es handelt sich um zwei völlig verschiedene Distributionsformen. Bill Gates führt auch die neuen Möglichkeiten wie Interaktivität an, die eine Zeitung einfach nicht bieten kann. Online-Content ist für ihn in der Aktualität und Multimediafähigkeit einzigartig.

 

„They [die Konsumenten] need an opportunity for personal involvement that goes far beyond that offered through the letters-to-the-editor pages of print magazines.”

Ein weiterer großer Vorteil – die persönliche Ansprache und Miteinbeziehung – findet auch heute noch höchstens oberflächlich auf Social Media statt. (33 Social-Media-Content-Ideen) Die Bedeutsamkeit, mit seiner Zielgruppe zu interagieren, statt nur zu ihnen zu reden, ist eine Chance, die der Online-Journalismus dieser Tage in der Regel nicht ausreichend nutzt - und auch Marketer erst nach und nach lernen.

 

“For the Internet to thrive, content providers must be paid for their work. The long-term prospects are good, but I expect a lot of disappointment in the short-term as content companies struggle to make money through advertising or subscriptions.”

Ein weiteres Dilemma des Content-Zeitalters wird offengelegt. Wie kann damit genug Geld verdient werden? Dieses Zitat hat im Nachgeschmack heute aber eine ganz andere Wirkung, kann man es doch auch so lesen, als sei das Platzen der Dotcom-Blase im Jahre 2000 von Bill Gates ebenso vorhergesagt worden, wie die anschließende Erholung und Fortsetzung des Internet-Siegeszugs.

In der Folge beschäftigt sich Bill Gates mit Problemen der Zeit – zu langsame Internetleitungen, fehlende Bezahlmöglichkeiten – weist, aber gleichzeitig daraufhin, dass diese Probleme früher oder später überwunden sein werden. (Das sind die wichtigsten E-Commerce-Themen 2015)

 

„Some content companies are experimenting with subscriptions, often with the lure of some free content. It’s tricky, though, because as soon as an electronic community charges a subscription, the number of people who visit the site drops dramatically, reducing the value proposition to advertisers.“

Bill Gates beschreibt noch ein weiteres grundsätzliches Dilemma in Reinkultur. Die Kunst mit gratis Inhalten eine möglichst große Masse anzulocken und danach denselben Leuten etwas zu verkaufen – der goldene Mittelweg ist je nach Branche immer ein anderer. Aber auch hier findet Bill Gates‘ These von „Content is King“ Anwendung. Wenn der Content gut, gar der beste auf dem Markt ist, dann wird sich das Produkt durchsetzen.

 

SEO heißt guter Content

Für kaum eine andere Branche trifft Bill Gates‘ Ausspruch heute mehr zu als für die Suchmaschinenoptimierer. Im Gegensatz zu den Google Anfangszeiten punktet man heutzutage nur noch mit Inhalten, die auch überzeugen. Durch viele Updates hat Google sichergestellt, dass sich Qualität durchsetzen kann. Einerseits durch eine bessere semantische Erkennung, aber andererseits auch durch das Auswerten von User-Signalen. Gute Inhalte werden gerne und ganz gelesen und weiterempfohlen. Sie bauen Vertrauen auf. Eine nicht zu unterschätzende Währung im Internet.

 

„Those who succeed will propel the Internet forward as a marketplace of ideas, experiences, and products-a marketplace of content.”

Mit diesem Satz schließt Bill Gates. Als Wahlspruch ist er auch heute, nach 19 Jahren, gültig. Und wer würde ernsthaft widersprechen, wenn jemand heute behaupten würde, das bliebe noch mindestens 19 weitere Jahre so?

 

Link zum ganzen Essay

 

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Schlagworte zum Thema:  Content Marketing, Online-Marketing, Social Media

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