| Interview mit Axel Jahn

"Die Bedeutung von gutem Content kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden"

"Die mobile Nutzung muss konsequent durchdacht werden."
Bild: Netpioneer

Warum guter Content so wichtig ist und was Mobile damit zu tun hat, erklärt Axel Jahn, Geschäftsführer der Netpioneer GmbH, im Interview mit acquisa.

acquisa: Wie wichtig ist guter Content im Onlineshop aus Kundensicht?

Axel Jahn: Die Bedeutung von gutem Content für den Kunden kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. In den Zeiten, wo in manchen Branchen im E-Commerce bereits ein brutaler Verdrängungswettbewerb herrscht, unterscheidet der Kunde nur noch nach der Reichhaltigkeit, der Wertigkeit und der Darstellungsform des produktbegleitenden Contents. Besserer Content führt ganz nebenbei auch dazu, dass ein Produkt nicht immer zum Tiefstpreis angeboten werden muss, der Konsument belohnt also guten Content auch gerne monetär.

Aber nicht nur im Wettbewerb zwischen Online-Angeboten spielt der Content eine Rolle. Speziell im Omnichannel-Umfeld, wenn der Kunde die Produkte auf Grund der guten Beratung bisher im Fachgeschäft erworben hat, sorgt guter Content für eine verstärkte Verlagerung hin zum E-Commerce. Es macht beispielsweise einen großen Unterschied im Weinhandel, ob ein Barolo aus dem Piemont im Shop nur mit einem Bild angeboten wird – oder ob man dem Online-Kunden zusätzlich die Einschätzung eines Experten zu Geschmack und Qualität anbietet, Hintergrundberichte zu Weingut, Region und gewonnenen Preisen liefert sowie Tipps zur richtigen Lagerung, Trinktemperatur etc.

acquisa: Und wie wichtig ist guter Content im Onlineshop für Google?

Jahn: Das ist einfach zu beantworten: Google belohnt guten Content im Ranking und spart damit im Endeffekt erheblich Kosten beim Online-Marketing. Und guter Content ist immer auch unique. Wir arbeiten deshalb mit einer spezialisierten Content-Marketing-Agentur zusammen, die passgenaue Produktbeschreibungen, Ratgebertexte, Blogs etc. erstellt, und das für unsere internationalen Kunden in bis zu 18 Sprachräumen.

acquisa: Was folgt aus der immer stärker werdenden mobilen Internetnutzung?

Jahn: Generell diskutieren wir mit jedem unserer Kunden den "Mobile-First-Ansatz", also die Ausrichtung des Angebots auf die mobile Nutzung – und erst dann auf Desktop. Die Art und der Umfang des Contents, aber auch die Bedienprozesse unterscheiden sich mobil deutlich zum stationären Web, weil nicht nur die Displayfläche eine andere ist, sondern insbesondere auch die Bedienbarkeit und der Nutzungskontext. Daher muss ab der allerersten Konzeptidee die mobile Nutzung konsequent durchdacht werden.

acquisa: Sind die Unternehmen Ihrer Erfahrung nach schon auf die neuen Dimensionen der mobilen Nutzung vorbereitet?

Jahn: Unseren wenigen Kunden, bei denen Mobile First zur Selbstverständlichkeit geworden ist – so beispielsweise bei einem weltweit bekannten und agierenden Sportunternehmen mit starkem Medien-­ und Eventfokus – stehen derzeit leider noch eine Vielzahl von Unternehmen gegenüber, die die mobile Nutzung immer noch als Randthema sehen. Speziell Kunden aus der Industrie mit starkem B2B-Fokus sind noch schwer zu überzeugen, wobei die statistischen Zahlen zur Nutzungsentwicklung eine unmissverständliche Sprache sprechen. Langfristig gehen alle Experten davon aus, dass das stationäre Web (nahezu) ausstirbt. Bei Netpioneer denken wir bei jeder E-Commerce- und Content-Plattform die mobile Nutzung immer mit, auch wenn der Kunde zögert und das Thema noch in die Zukunft schieben will. Wir sind davon überzeugt, dass es ihn schneller wieder einholt, als er vielleicht vermutet.

Weiterlesen:

Handel will sich mit Service und Content differenzieren

Warum alle über Content Marketing reden

Schlagworte zum Thema:  E-Commerce, Online-Marketing, Content Marketing, Mobile Marketing

Aktuell

Meistgelesen