08.08.2016 | Bewegtbild

Video(streaming) kills the TV-Star: Werbende müssen reagieren

Video on demand und to go: Darauf stehen vor allem Jugendliche.
Bild: Haufe Online Redaktion

Ein Fünftel der 18- bis 24-Jährigen haben in den letzten sechs Monaten den Fernseher nicht einmal eingeschaltet. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie. Werbende Unternehmen müssen sich darauf einstellen und diese Zielgruppe an anderer Stelle ansprechen.

Musik- und Videostreaming-Angebote boomen. Gerade junge Menschen schauen sich Filme oder Serien über Portale wie Netflix und Amazon Instant Video mobil oder auf ihren Laptops an und konsumieren Musik über Internetanbieter wie Spotify. Mit dem sich verändernden Medienkonsum haben sich Dr. Anna Schneider von der Hochschule Fresenius und Dr. René Arnold vom Wissenschaftlichen Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) im Rahmen der Studie "Over the Top (OTT)-Streaming-Dienste in Deutschland“ befasst.

Klassische Medien haben es demnach schwer. Printnachrichten werden von vielen jungen Konsumenten kaum noch beachtet und auch vom Fernsehen koppelt sich die Mehrheit ab. So sagen 21 Prozent der rund 1.000 Befragten zwischen 18 und 24 Jahren, sie hätten in den vergangenen sechs Monaten einen Fernseher nicht einmal eingeschaltet. Stattdessen haben 57 Prozent auf dem Laptop, 24 Prozent auf dem Smartphone und 14 Prozent auf dem Tablet Videoinhalte geschaut. 36 Prozent der zahlenden Nutzer decken nahezu ihren gesamten Musikkonsum über Spotify oder ähnliche Dienste ab.

Videostreaming-Dienste punkten mit Originalinhalten

"Beim Musikkonsum ist ein sehr klarer Verlauf zu erkennen“, sagt Marketingexperte Dr. René Arnold vom WIK, "die neue Art Musik zu konsumieren werde sich sehr schnell in der breiten Bevölkerung durchsetzen. Anders beim Videokonsum: Junge Konsumenten würden lineares TV kaum noch interessieren, jedoch halte sich das klassische Fernsehen in der Altersgruppe ab 45. Darauf müssten sich Werbetreibende einstellen, denn wenn es um Produkte oder Dienstleistungen geht, die gezielt Jüngere ansprechen sollen, müsse sich massiv etwas ändern. Hier müssten ganz gezielt Streaming-Dienste adressiert werden. Arnold denkt dabei insbesondere an Amazon. Das Unternehmen arbeitet gerade an Preroll Video Ads. Außerdem sollten sich Werbende die Möglichkeiten, die Youtube bieten kann, genauer ansehen. Nachdenken sollten sie beispielsweise über die Zusammenarbeit mit Youtube-Stars. Im Bereich Kosmetik sei Product Placement eine Möglichkeit.

Die Studienautoren haben auch die Attraktivität der verschiedenen Videoportale untersucht. Insgesamt ist immerhin die Hälfte der Befragten (49 Prozent) bereit, für Videoinhalte im Netz zu zahlen. Diese Konsumenten decken deutlich mehr als die Hälfte (61 Prozent) ihres gesamten Videokonsums darüber ab. Attraktiv machen Netflix und Co. vor allem Originalinhalte wie "House of Cards“ oder "Orange is the new Black“. Damit machen sie aus ihren Kunden regelmäßige Nutzer, etwas, das die Mediatheken der TV-Sender und selbst Youtube bislang kaum gelingt. Punkten können ARD und ZDF hingegen mit gut recherchierten und lokalen Nachrichtenformaten. 


Die ganze Studie mit weiteren Ergebnissen lesen Sie hier.


Weiterlesen:

Youtube unterstützt KMU bei der Produktion von Video-Ads



Schlagworte zum Thema:  Online-Marketing, Bewegtbild, Mobile Marketing

Aktuell

Meistgelesen